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Der lange Atem der Museen

Italien und Österreich haben ihre Kunsthäuser geschlossen. In der Schweiz wartet man ab.

Christoph Heim
Früh schützt sich: Eine Mutter mit Kind besucht die aktuelle Olafur-Eliasson-Ausstellung im Zürcher Kunsthaus. Bild: Boris Müller
Früh schützt sich: Eine Mutter mit Kind besucht die aktuelle Olafur-Eliasson-Ausstellung im Zürcher Kunsthaus. Bild: Boris Müller

Ab sofort sind die österreichischen Bundesmuseen geschlossen, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde. Die Massnahme zur Eindämmung des Coronavirus soll mindestens bis Ende März gelten. Betroffen sind unter anderem das Kunsthistorische und das Technische Museum in Wien, aber auch die Albertina und das Schloss Belvedere.

Während die Ausstellungshäuser in Italien aufgrund der Corona-Epidemie schon seit dem 7. März geschlossen sind, hat der Louvre in Paris am 9. März bekannt gegeben, dass er das Besucheraufkommen drosseln werde. Zutritt haben nur noch Menschen, die ein Online-Ticket gekauft haben. Auch in Frankreich gilt inzwischen die Regel, dass Veranstaltungen über 1000 Personen nicht stattfinden sollen.

Vernissage verschoben

Und in der Schweiz? Hier sind bislang noch alle Museen geöffnet. Nun wurde aber beschlossen, dass das Masi Lugano die seit langem geplante Ausstellung mit Werken der Sammlung Bührle verschiebt – ursprünglich hätte die Schau schon diese Woche eröffnet werden sollen. Angesetzt ist die Vernissage neu auf den 5. Mai. Das Museum am südlichen Rand des Tessins bleibt aber weiterhin geöffnet, wie die meisten Häuser im Land.

Man befindet sich im Modus des Abwartens, wie ein Nachfassen bei verschiedenen Stellen zeigt. Björn Quellenberg, Pressesprecher am Kunsthaus Zürich, gibt etwa zu bedenken, dass sich nie mehr als hundert Personen gleichzeitig in der gut besuchten Ausstellung von Olafur Elliasson befänden. Man könne so die Vorgaben des Bundes gut einhalten. Das Museum selber werde von sich aus keine stärkeren Restriktionen ergreifen oder gar eine Schliessung in Erwägung ziehen.

Ähnlich klingt es beim Kunstmuseum Bern, dem Kunstmuseum Basel oder beim Kunstmuseum Winterthur. Im dortigen Museum Reinhart am Stadtgarten waren am Dienstag um die Mittagszeit in der Carl-Spitzweg-Ausstellung ungefähr 20 Personen anzutreffen. Alle Museen wollen den Museumsbetrieb aufrechterhalten; es sei denn, die kantonalen Gesundheitsbehörden ordneten die Schliessung an.

Warten auf Freitag, den 13.

Auch bei der Kommunikationsabteilung des Bundesamtes für Kultur wird auf die kantonalen Behörden verwiesen. So werde zum Beispiel das dem Bund gehörende Landesmuseum in Zürich erst dann geschlossen, wenn der Kanton beziehungsweise die Stadt Zürich das wollten.

Alle angefragten Museen verweisen auf den kommenden Freitag, den 13. März. Dann will der Bund neue Empfehlungen und Weisungen zur Vorbeugung und Eindämmung der Corona-Epidemie mitteilen. Silke Kellner-Morgenthaler, Pressesprecherin der Fondation Beyeler, sagt, dass man in den letzten zwei Wochen einen Rückgang der Besucherzahlen in der zuvor erfolgreichen Edward-Hopper-Ausstellung registriert habe. Das Museum habe aber zu keinem Zeitpunkt mehr als 1000 Besucher und falle somit nicht unter das zurzeit geltende Veranstaltungsverbot des Bundesamtes für Gesundheit.

Melanie Imhof vom Präsidialdepartement in Basel teilt uns auf eine entsprechende Frage mit: «Eine Schliessung der Basler Museen ist gegenwärtig kein Thema. Doch wir beobachten die Lage ständig und sind im Austausch mit dem Gesundheitsdepartement und dem kantonalen Krisenstab.»

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