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Der Schrecken der Kunstdiebe

Der Amerikaner Christopher Marinello spürt mit seinem Team auf der ganzen Welt gestohlene Bilder auf. Viele Fälle führen in die Schweiz – so auch der jüngste Streit um ein Bild aus der Gurlitt-Sammlung.

In einem norwegischen Museum aufgespürt: «Blue Dress in an Yellow Arm Chair», Henry Matisse, 1936. Foto: Keystone
In einem norwegischen Museum aufgespürt: «Blue Dress in an Yellow Arm Chair», Henry Matisse, 1936. Foto: Keystone

Die Lösung des letzten Falles dauerte vierzehn Jahre: 1999 wurde in einem schwedischen Museum ein Astrolabium, ein Sternhöhenmesser aus dem 16. Jahrhundert, gestohlen. Es gab zwar einen Verdächtigen. Ein Bibliotheksangestellter hatte gestanden, dass er Kunst und Antiquitäten im Wert von mehreren Millionen gestohlen hatte, um sich einen Lebensstil mit Armani-Anzügen, kubanischen Zigarren und Mercedes-Boliden zu finanzieren. Doch der Mann jagte sich mit einer Gasexplosion in die Luft. Niemand wusste, wem er das Diebesgut verkauft hatte, und die Spur löste sich in Nichts auf. Erst mehr als ein Jahrzehnt später tauchte das Astrolabium wieder auf. Ein italienischer Sammler war über Umwege in Besitz des 400 000 Dollar teuren Stücks gelangt und wollte es in London weiterverkaufen. Vor der Auktion wurde die Herkunft überprüft – und da kamen Christopher Marinello und sein Team ins Spiel. Die Kunstdetektive erhielten den Auftrag zu recherchieren und entdeckten in ihrer Datenbank, dass die Antiquität als gestohlen galt. Im Auftrag des Museums verhandelte Marinello schliesslich mit dem Besitzer des Diebesguts, und 2013 wurde das Astrolabium zurückgegeben.

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