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Der Sonderfall der Schweizer Kunst

Max Gubler wurde als Genie gefeiert und endete in der Psychiatrie. Das Kunstmuseum Bern zeigt in einer grossen Retrospektive auch das lange unter Verschluss gehaltene Spätwerk des Schweizer Malers.

Von Alexander Sury
«Stehender Akt und Selbstbildnis im Spiegel», um 1949/50. Foto: Eduard, Ernst und Max Gubler-Stiftung
«Stehender Akt und Selbstbildnis im Spiegel», um 1949/50. Foto: Eduard, Ernst und Max Gubler-Stiftung

Ein kleines, von einer Mauer umgebenes Dorf in einer abweisenden Winterlandschaft, die Häuser dicht zusammengedrängt wie verängstigte Herdentiere. In der Mitte ragt ein Narrenturm heraus. Es ist kein einladender Ort, das Leben scheint anderswo stattzufinden. Die expressionistische Vision der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich malte der noch nicht 20-jährige Max Gubler 1917. Dass der junge Künstler hier als Prophet in eigener Sache auftrat, ist eher unwahrscheinlich. Eine Ironie des Schicksals ist es allemal, dass der Künstler über ein halbes Jahrhundert später 75-jährig im Burghölzli sterben sollte, am 29. Juli 1973. Den Pinsel hatte er bereits zwölf Jahre vor seinem Tod endgültig aus der Hand gelegt.

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