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Deutsche Aufklärungs-Ausstellung in Peking floppt

Die umstrittene deutsche Ausstellung «Kunst der Aufklärung» im chinesischen Nationalmuseum in Peking ist schlecht besucht – kein Wunder, nicht einmal Museumsmitarbeiter wissen, dass sie stattfindet.

Ob es an der Orientierung liegt? Die Ausstellung der staatlichen Museen in Berlin, Dresden und München ist für Besucher nicht einfach zu finden. Hinweisschilder führen nur zur Propagandaschau «Weg zur Wiederauferstehung». Diese behandelt den Aufstieg des Landes zur zweitgrössten Wirtschaftsmacht, angeschlossen ist eine Ausstellung über das antike China. Die deutsche Ausstellung, welche die Gedankenwelt der Aufklärung vermitteln will, hingegen muss man suchen.

Einige Museumsmitarbeiter wussten nicht einmal von der deutschen Ausstellung in dem frisch renovierten Museumsgebäude neben dem Platz des Himmlischen Friedens. Die Tageszeitung «Die Welt» schrieb von einem «Flop». Gemäss Museumsmitarbeitern gingen von den täglich 8000 Besuchern des Museums nur etwa 200 in die Aufklärungsschau.

Der Katalog der Ausstellung, die Besuchern die Gedankenwelt der Aufklärung vermitteln will, werde im Museumsshop nicht öfter als zweimal am Tag verkauft. Er koste allerdings auch fast 150 Franken. Während der Eintritt zum Museum kostenlos ist, müssen für die deutsche Schau 30 Yuan, umgerechnet 4,10 Franken, bezahlt werden.

Die Ausstellung war vor zwei Wochen vom deutschen Aussenminister Guido Westerwelle feierlich eröffnet worden. Wegen der Festnahme des chinesischen Künstlers Ai Weiwei und weiteren Anzeichen für eine Verhärtung des Regimes in Peking ist in Deutschland eine heftige Debatte über den Sinn einer solchen Ausstellung entbrannt.

SDA

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