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Die Halbstarken von der Langstrasse

Während alle anderen sich vor ihnen fürchteten, feierte er mit ihnen Weihnachten. Wenn die Polizei sie suchte, versteckte er sie in seiner Wohnung: Karlheinz Weinberger, der Fotograf der Zürcher «Halbstarken».

Lucienne-Camille Vaudan
Die Halbstarken brachten Unruhe in die ruhige Limmatstadt.
Die Halbstarken brachten Unruhe in die ruhige Limmatstadt.
Karlheinz Weinberger
Obwohl die Szene von Männern dominiert war, fotografierte Weinberger oft auch Pärchen und junge Frauen.
Obwohl die Szene von Männern dominiert war, fotografierte Weinberger oft auch Pärchen und junge Frauen.
Karlheinz Weinberger
Ein junges Pärchen vor der Sporthalle Sihlhölzli im Zürcher Stadtteil Wiedikon, ca. 1963.
Ein junges Pärchen vor der Sporthalle Sihlhölzli im Zürcher Stadtteil Wiedikon, ca. 1963.
Karheinz Weinberger
Die Frauen waren genauso aufwendig gekleidet wie die Jungs.
Die Frauen waren genauso aufwendig gekleidet wie die Jungs.
Karlheinz Weinberger
Mächtige Gürtel und schwere Ketten gehörten zu der Garderobe eines Halbstarken.
Mächtige Gürtel und schwere Ketten gehörten zu der Garderobe eines Halbstarken.
Karlheinz Weinberger
Mit grosser Liebe zum Detail bastelten die gefürchteten Jugendlichen an ihrer Kleidung.
Mit grosser Liebe zum Detail bastelten die gefürchteten Jugendlichen an ihrer Kleidung.
Karlheinz Weinberger
Die Halbstarken, die Karlheinz Weinberger in seiner Wohnung fotografierte, verewigten ihre Namen in seiner Holzdecke.
Die Halbstarken, die Karlheinz Weinberger in seiner Wohnung fotografierte, verewigten ihre Namen in seiner Holzdecke.
Patrik Schedler
Die Halbstarken fühlten sich wohl bei Karlheinz Weinberger. Einige von ihnen kümmerten sich auch um den Fotografen, als dieser älter wurde, und erledigten Besorgungen für ihn.
Die Halbstarken fühlten sich wohl bei Karlheinz Weinberger. Einige von ihnen kümmerten sich auch um den Fotografen, als dieser älter wurde, und erledigten Besorgungen für ihn.
Karlheinz Weinberger
Die Wohnung des Fotografen war ein Rückzugsort für die Jugendlichen. Obwohl die Polizei mehrmals bei ihm anklopfte, verriet Weinberger nie auch nur einen Namen.
Die Wohnung des Fotografen war ein Rückzugsort für die Jugendlichen. Obwohl die Polizei mehrmals bei ihm anklopfte, verriet Weinberger nie auch nur einen Namen.
Karlheinz Weinberger
Aufnahmen der Wohnung von Karlheinz Weinberger.
Aufnahmen der Wohnung von Karlheinz Weinberger.
Patrik Schedler
Lone Star Camp, Bad Ragaz, 1969.
Lone Star Camp, Bad Ragaz, 1969.
Karlheinz Weinberger, Keystone
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In den Fünfzigern geschah in Zürich etwas Merkwürdiges. Junge Männer in engen Jeans, Lederjacken und mit dicken Ketten störten das friedliche Bild der Limmatstadt. Die Halbstarken, wie sie genannt wurden, waren meist auf Mopeds unterwegs und traten gerne im Rudel auf. Keine Fensterscheibe war vor ihnen sicher, und sie lieferten sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Ihr Hauptquartier war der verruchte Kreis Cheib, der damals noch weit entfernt war von der nächtlichen Flaniermeile für das Partyvolk. Wo sie auftauchten, erstarrten die Bünzlibürger in Angst und Schrecken.

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