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Die Kunst, dieses Krümelmonster

In einer ziemlich sensationellen Ausstellung in Genf stellt Urs Fischer ein Haus aus Brot hin, und darum herum lauern Scherz- und Schreckartikel der aktuellen Superkünstler.

Was, wenn das Telefon klingelt? Je nachdem, wo man sich grade befindet, kann ein Gedüdel schampar unpassend sein, zum Beispiel in der Oper oder beim Vorstellungsgespräch –oder, Jesses!, gar an einer Beerdigung. Allein der Gedanke ans nicht auf lautlos geschaltete Handy in der Tasche beschert einem Schweissausbrüche. Man sitzt dann da und quält sich und kann sich doch nicht nach der Tasche bücken, um die potenzielle Zeitbombe zu entschärfen, weil man ein­gepfercht ist in den Konzertsaalsitz, ­vis-à-vis vom Chef in spe oder auf der ­Kirchenbank. Grauenvoll!

So betrachtet, hat die Riesenkerze, die auch Kunst ist – weil sie von Urs Fischer stammt, immerhin der 8.-wichtigste Künstler der Schweiz («Bilanz») und der 61.-teuerste weltweit («Artnet») –, diese Riesenkerze, die momentan im Musée d’Art et d’Histoire in Genf vor sich hin brennt und eben den Titel «What if the Phone Rings» trägt, durchaus etwas Albtraumhaftes an sich. Natürlich wärs kein richtiger Urs Fischer, wenn es sich dabei einfach um einen kommunen Wachszylinder handelte.

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