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Ein Schuss brachte seine Karriere in Fahrt

1971 liess sich Chris Burden für seine Performance «Shoot» von einem Freund in den Arm schiessen. Am Wochenende ist der Künstler an Krebs gestorben.

Die Schuss-Performance war seine aufsehenerregendste Aktion. Der Körper war aber auch sonst sein Thema, das er vor allem als Performer aus­lotete. Burden, geboren 1946 in Boston, war einer der Pioniere der Body-Art und einer ihrer provozierendsten Vertreter. Schon für seine Abschluss­arbeit an der University of California 1971 hatte sich Burden fünf Tage lang in einem Spind eingeschlossen, ausgerüstet mit nichts als einer Flasche fürs Trinkwasser und einer weiteren für den Urin. Vier Jahre später legte er sich unter dem Titel «Doomed» im Museum of Contemporary Art in Chicago unter eine Glas­platte, wo er in ein und derselben Position verharren wollte, bis ihn das Museumspersonal unterbreche.

Im Nachhinein wunderte er sich darüber, dass dies trotz seiner zunehmenden Nöte erst nach 45 Stunden geschah. Später sollte Burdens Provoka­tionslust in Ironie umschlagen, etwa in jenem Video für die Documenta VI, das seinen Namen in einer Reihe mit grossen Künstlern wie Leonardo da Vinci und Picasso nannte – bis zum Abspann mit der Notiz: «paid by Chris Burden».

In den letzten Jahren wandte er sich von Performance und Body-Art ab und betätigte sich als Bildhauer, wobei er auch hier einem schrägen Witz nicht abgeneigt war: Für seine «Drop»-Installationen liess er mithilfe eines Krans aus 50 Metern Höhe Stahlträger in ein Becken mit Flüssigbeton fallen. Wie überdimensionale Mikado-Stäbe blieben die Stahlträger im Boden stecken, sodass mithilfe von Zufall und Schwerkraft eine abstrakte Skulptur entstand. Wie die «Los Angeles Times» berichtet, erlag Chris Burden nun in seinem Haus in Topanga Canyon bei L. A. 69-jährig einer Hautkrebserkrankung.

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