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Fleisch, das wuchert und vergeht

Das Kunsthaus Zürich wagt ein Experiment und kombiniert den grossen Egon Schiele mit der zeitgenössischen Malerei von Jenny Saville. Das funktioniert, ganz hervorragend sogar.

Es gibt Geschenke, die haben es in sich. Man denke an das Trojanische Pferd. Oder an das kleine, gelbe Päckchen mit roter Riesenschleife, das sich die Schlümpfe in jeder Folge gegenseitig überreichen. Der Beschenkte zieht an der Schur und – wumm! Das Ding fliegt ihm um die Ohren.

Nun mag man argumentieren, dass die Schlümpfe weder mit der griechischen Mythologie kombiniert gehören noch in den Kulturteil einer Zeitung. Allerdings dürfte so mancher Besucher die neue Doppelschau im Kunsthaus Zürich als genauso deplatziert empfinden: Da wird doch tatsächlich der grosse Egon Schiele mit Gegenwartskunst gepaart. Der Mann, der dafür verantwortlich zeichnet, ist Oliver Wick: Der Neu- und auch bald Ex-Kurator, den man erst freudig von der Fondation Beyeler an den Heimplatz holte und den man nur Monate später, als er über einen falschen Rothko gestolpert war, ebenso freudig wieder ziehen liess. Das ist ein Jammer. Denn was Wick mit seiner Schiele-Saville-Schau eingefädelt hat, gehört zum Frischesten, was das Haus in den letzten Jahren gezeigt hat.

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