Friedenspreis des Buchhandels geht erstmals an einen Fotografen

Sebastião Salgado wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Der Brasilianer macht «die geschändete Erde ebenso sichtbar wie ihre fragile Schönheit».

Er fordert mit seinen Fotografien «soziale Gerechtigkeit und Frieden»: Sebastião Salgado. Foto: Keystone

Er fordert mit seinen Fotografien «soziale Gerechtigkeit und Frieden»: Sebastião Salgado. Foto: Keystone

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Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Berlin bekannt. Die Auszeichnung ist mit 25'000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Der Dachverband der Buchbranche zeichnet mit Salgado einen Künstler aus, «der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht», wie es zur Begründung hiess.

In seinen konsequent in Schwarz-Weiss gehaltenen Bildern porträtiere er durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelte Menschen, aber auch solche, die in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt seien. Und er mache «die geschändete Erde ebenso sichtbar (...) wie ihre fragile Schönheit».

Fragile Schönheit: Ein Foto aus Salgados Langzeitprojekt «Genesis». Foto: Sebastião Salgado / Amazonas images

Neben seiner künstlerischen Arbeit wird Salgado auch als Naturschützer geehrt. Mit seinem «Instituto Terra» in Brasilien leiste er einen Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität, wie der Börsenverein hervorhob.

Der 75-Jährige wuchs auf einer Rinderfarm im Bundesstaat Minas Gerais auf, die er Ende der 1990er Jahre aufforstete und in ein Naturschutzgebiet umwandelte. Mit seiner Frau, einer Architektin, lebt er in Paris. Er hat zwei erwachsene Söhne.

Salgado hatte ursprünglich Wirtschaftswissenschaften studiert. Wegen seines Engagements gegen die Militärdiktatur in Brasilien musste er 1969 nach Paris emigrieren. In den 1970er Jahren betreute er als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. 1973 gab er seinen Beruf auf, um ganz als Fotograf zu arbeiten. Nach einer Pause aus gesundheitlichen Gründen widmete er sich zuletzt verstärkt der Landschaftsfotografie.

Konsequent Schwarz-Weiss gehalten: Ein weiteres Foto aus «Genesis». Foto: Sebastião Salgado / Amazonas images

Der in Frankfurt ansässige Börsenverein vergibt den Friedenspreis seit 1950. Verliehen wird die Auszeichnung traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche – in diesem Jahr ist das der 20. Oktober. 2018 waren die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann ausgezeichnet worden; das Paar wird am letzten Juniwochenende am Literaturfestival Leukerbad erwartet. (sda)

Erstellt: 18.06.2019, 14:10 Uhr

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