Picasso-Fund entpuppt sich als Scherz

Von mehreren gestohlenen Gemälden fehlte bislang jede Spur. Nach einem Hoffnungsschimmer bleibt es auch dabei.

Das Gemälde «Tête d'arlequin» von Pablo Picasso wurde 2007 vom Auktionshaus Sotheby's auf bis zu 18 Millionen US-Dollar geschätzt: Emmanuel Di Donna von Sotheby's beschreibt das Kunstwerk. (3. Mai 2007)

Das Gemälde «Tête d'arlequin» von Pablo Picasso wurde 2007 vom Auktionshaus Sotheby's auf bis zu 18 Millionen US-Dollar geschätzt: Emmanuel Di Donna von Sotheby's beschreibt das Kunstwerk. (3. Mai 2007) Bild: Stan Honda/AFP

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Der angebliche Fund eines vor sechs Jahren gestohlenen Picasso-Gemäldes hat sich als Witz entpuppt. Die Schriftstellerin Mira Feticu räumte am Sonntagabend im niederländischen Sender NOS ein, auf einen «Werbegag» hereingefallen zu sein. Demnach wurde sie Opfer eines Kunstprojekts von zwei belgischen Regisseuren über den niederländischen Meisterfälscher Geert Jan Jansen.

Der angebliche Fund des Picasso-Werkes «Tête d'Arlequin» (Harlekin-Kopf) in Rumänien hatte zuvor für Schlagzeilen gesorgt. Das Gemälde war 2012 bei einem spektakulären Einbruch aus der Kunsthalle Rotterdam gestohlen worden. Bei dem nur drei Minuten dauernden «Jahrhundertraub» entwendete eine rumänische Bande insgesamt sieben Kunstwerke im Wert von 18 Millionen Euro, neben dem Picasso auch Kunstwerke von Claude Monet, Henri Matisse und Paul Gauguin.

Zerstörung der Werke?

Die Täter konnten später gefasst werden, sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Werke aber blieben verschollen. Sie wurden möglicherweise zerstört, nachdem kein Käufer gefunden wurde.

Vor einigen Tagen erhielt die niederländische Schriftstellerin Feticu, die ein Buch über den Kunstraub geschrieben hat, dann eine anonyme Botschaft, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Demnach lag das Picasso-Werk, dessen Wert auf 800'000 Euro geschätzt wird, begraben in einem Wald im Osten Rumäniens. Der vermeintliche Picasso wurde schliesslich am Samstagabend gefunden.

Video – Rekordverkauf bei Sothebys

Das Auktionshaus hat im vergangenen Mai ein Gemälde von Modigliani für 157 Millionen Dollar versteigert. Video: Reuters

Die zuständige rumänische Staatsanwaltschaft erklärte, es könne sich um «Tête d'Arlequin» handeln. Allerdings sei das noch nicht abschliessend geklärt. Experten sollten die Authentizität des Werkes überprüfen.

Fälschung – ja oder nein?

Der Kunstexperte Peter van Beveren äusserte allerdings sehr schnell Zweifel an der Authentizität des Gemäldes. «Die Linien, die Farben, die Details passen nicht», sagte er nach Sichtung eines Fotos dem Sender NOS. «Auf Grundlage dessen, was ich sehe, denke ich, dass es eine Fälschung ist.»

Die rumänisch-stämmige Schriftstellerin Feticu sagte schliesslich NOS, sie habe eine E-Mail von den belgischen Regisseuren Yves Degryse und Bart Baele erhalten, in der sie über den Scherz aufgeklärt wird. Die rumänische Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage, zunächst nicht sagen zu können, ob es sich um eine Scherz handelt oder nicht. (roy/SDA)

Erstellt: 19.11.2018, 02:46 Uhr

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