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«Ich bin selber in einem Harem aufgewachsen»

Die marokkanische Künstlerin Lalla Essaydi bezweifelt, dass die Umwälzungen in der arabischen Welt den Frauen schon bald die Gleichberechtigung bringen werden.

Westliche Klischees arabischer Frauen: Ein Werk aus Lalla Essaydi's Serie «Les femmes du Maroc».
Westliche Klischees arabischer Frauen: Ein Werk aus Lalla Essaydi's Serie «Les femmes du Maroc».
Lalla Essaydi

Frau Essaydi, in Kairo und Tunis fordern Frauen aktiv mehr Rechte. Sie zeigen uns in Ihren Fotografien dagegen brave, passive arabische Frauen.

Ich habe mit der Serie «Les femmes du Maroc» schon vor Jahren begonnen. Ich setze mich darin mit der Rolle der arabischen Frau in der westlichen Kunst auseinander. Die Bilder gründen auf der orientalistischen Wahrnehmung arabischer Frauen – also auf dem westlichen Blick auf arabische Motive, die in der Kunst des 19. Jahrhunderts so beliebt waren. Dieser Blick lebt noch immer. Zwar hat sich das Bild verschoben: von der schutzbedürftigen Frau, die gerettet werden muss, zur Frau, die unterdrückt wird. Doch arabische Frauen werden noch immer nicht als eigenständige Individuen angesehen. Indem ich die Bilder auf die Frauen reduziere, versuche ich ihnen eine Identität zu geben. Denn sie sind nicht nur schön, sie sind auch eigenständige Personen.

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