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In der Hölle darf gelacht werden

Hieronymus Bosch schuf eine Welt des lustvollen Schreckens und der teuflischen Lust. Zum 500. Todestag des Malers zeigt eine Ausstellung, wie nahe uns dieser Kosmos noch immer ist.

Öffnet man auf dem iPhone die App «Bosch VR», dann taucht man aus der Perspektive eines Fisches in eine Welt ein, in der ein rosa Brunnen wie ein ­Zuckerbäckerornament aus einem Teich emporragt. Durchs Wasser schwimmt ein Einhorn, schwarze Vögel schiessen vom Horizont in die Bildmitte, links frisst eine Giraffe mit Geweihkrone Baumblätter, und wenn man sich ganz umdreht, dann sieht man, wie Gott Adam und Eva einander vorstellt, wobei Letztere eine eher abwehrende Bewegung macht.

Ein Smartphone, eine dieser Pappbrillen und die Virtual-Reality-App genügen, um eine dreidimensionale bewegte Welt zu erleben, die vor einem halben Jahrtausend gemalt und nun zum virtuellen Erlebnis codiert wurde. Der linke Flügel des Triptychons ist gratis zu besuchen, der mittlere und rechte kosten Eintritt. «Der Garten der Lüste» als ikonografischer Beweis für die Faszinationskraft des neuen Megatrends aus dem Silicon Valley: Hieronymus Bosch ist Paid Content, ist VR.

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