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King of Kitsch in Versailles

Heute eröffnet der amerikanische Künstler Jeff Koons seine Ausstellung «Let them see Kitsch» in Versailles, die schon im Vorfeld für rote Köpfe sorgte.

Mehr als 3,5 Millionen Schweizer Franken liess sich der französische Kunstsammler und Multimillionär François Pinault diese geniale Rencontre kosten: Jeff Koons im Schloss von Versailles. Barocke Dekadenz versus Kitsch-Kunst. Wenn das keinen Volltreffer ergibt.

Die Ausstellung, die heute eröffnet, zeigt 17 monumentale Skulpturen im Schloss von Versailles, das nach dem Sturz der Monarchie ein Sitz der französischen Klassik geblieben ist. Darunter sind so bekannte Werke wie der «Balloon-Dog» oder der «Blaue Mond». Letzterer ist im Spiegelsaal ausgestellt, wo nach dem ersten Weltkrieg der Friede von Versailles unterzeichnet wurde.

Aufregung im Vorfeld

Schon im Vorfeld sorgte die Ausstellung für Kontroverse. Rechte politische Kreise sahen das königliche Erbe befleckt. In einem Brief an Nicolas Sarkozy schrieb die «Union nationale des écrivains de France», eine Vereinigung rechts gerichteter Schriftsteller, von einem «offenen Krieg gegen Versailles». Arnaud-Aaron Upinsky, Präsident der Union, sagte, die Skulpturen würden die «heiligsten Symbole unseres Erbes und unserer Identität beflecken.» Andere stiessen sich am Privatleben Koons, der vormals mit dem italienischen Porno-Star Cicciolina verheiratet war. Zur Vernissage heute soll demonstriert werden.

Bemängelt wurde auch administrativer Filz. Der Präsident der Versailles-Stiftung, Jean-Jacques Aillagon, betreute nämlich zuvor eine Sammlung moderner Kunst des Geldgebers Pinault. Aillagon verteidigte die Ausstellung: «Die Kritiker nannten die Ausstellung ein inakzeptables Sakrileg, bevor sie sie überhaupt gesehen haben. Und warum? Kann historische Kunst nur mit historischer Kunst einhergehen und moderne mit moderner?» Zuvor gab es erst einmal eine Ausstellung in Versailles, nämlich von Möbeln aus dem 18. Jahrhundert. Versailles wird jährlich von rund 4'700'000 Personen besucht.

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