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Kühle Knubbligkeit, schroffe Kanten

Das Kunsthaus Zürich zeigt Werke von Alberto Giacometti, die seit dem Tod des Künstlers nicht zu sehen waren. Die Ausstellung dazu ist überwältigend: Sie zeigt uns selbst in unserer Unvollkommenheit.

Alberto Giacometti im Kunsthaus Zürich. Foto: Doris Fanconi © 2016 ProLitteris, Zürich
Alberto Giacometti im Kunsthaus Zürich. Foto: Doris Fanconi © 2016 ProLitteris, Zürich

Mit der Präsentation von Alberto Giacomettis Werken in Zürich ist das so eine Sache. Im Sommer 1939 hatte man den noch recht unbekannten Künstler an die Landi eingeladen, wo er eine seiner Plastiken im Atrium des Textilpavillons aufstellen sollte. Giacometti reiste aus Paris an, um bei der Platzierung dabei zu sein. Als man ihn fragte, wohin man den Lastwagen schicken sollte, um das Stück abzuholen, winkte er ab – und zog eine Streichholzschachtel aus der Jackentasche, aus der er eine winzige Gipsfigur klaubte. Natürlich erntete er konsternierte Blicke. Das Ding sei doch unsichtbar, lachte man, und zudem eine Beleidigung für die übrigen eingeladenen Künstler. Giacomettis Tobsuchtsanfall brachte nichts; das Gipsfigürchen musste einer «normal» proportionierten Bronze weichen, und der Bildhauer reiste beleidigt ab.

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