Zum Hauptinhalt springen

Leni Riefenstahls afrikanische Glückseligkeit

Sie ist die Urheberin der bekanntesten Nazi-Propagandafilme. Später fand Leni Riefenstahl ihr Glück in Afrika. Ein Bildband widmet sich jener Schaffensphase. Wir bieten einen Einblick.

Mit Anfang 60 begann die Filmerin und Fotografin Leni Riefenstahl häufiger Afrika zu bereisen.
Mit Anfang 60 begann die Filmerin und Fotografin Leni Riefenstahl häufiger Afrika zu bereisen.
Taschen/Leni Riefenstahl
Ihr bevorzugtes Ziel war der Sudan, wo sie sich insbesondere mit dem Volk der Nuba befreundete.
Ihr bevorzugtes Ziel war der Sudan, wo sie sich insbesondere mit dem Volk der Nuba befreundete.
Taschen/Leni Riefenstahl
Riefenstahl stritt zeitlebens ab, ein Nazi gewesen zu sein. Hier im Bild die Fotografin am zu Hause in Pöcking am 19. Juli 2002, wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag.
Riefenstahl stritt zeitlebens ab, ein Nazi gewesen zu sein. Hier im Bild die Fotografin am zu Hause in Pöcking am 19. Juli 2002, wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag.
Keystone
1 / 10

Gesund, kraftvoll und freudig wirken die Menschen in ihren Nazi-Propaganda-Filmen. Oft von unten gefilmt, erscheinen die porträtierten Mannsbilder dem Himmel nah, in der Pose einer antiken Skulptur. Die machtvollen Massenbilder suggerieren höchste Disziplin im Namen des Führers. Mit Filmen wie «Triumph des Willens» hat Leni Riefenstahl die Nazi-Ästhetik massgeblich geprägt, was sie zu einer der umstrittensten Künstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts machte.

Zeitlebes war sich Riefenstahl keiner Schuld bewusst, was ihr immer wieder vorgeworfen wurde. Sie verurteilte zwar die Nazi-Greuel, gab zu, zu wenig kritisch gewesen zu sein, sie beteuerte aber bis zu ihrem Tod 2003, kein Nazi gewesen zu sein.

Fast zu perfekt

In den 1950er Jahren begann sich die Filmerin und Fotografin mit Afrika zu beschäftigen, in den 1960er Jahren bereiste sie den Kontinent mehrmals. Insbesondere das Volk der Nuba (Sudan) hat es Riefenstahl angetan. Ihre Zeit mit jenen urtümlich lebenden Menschen bezeichnete sie später als die glücklichste in ihrem Leben.

Zwei monumentale Fotobände waren das Resultat ihrer Afrika-Begeisterung, insbesondere der erste Band von 1973 war mehrheitlich mit Wohlwollen aufgenommen worden. Dass Riefenstahl fast ausschliesslich gesunde und muskulöse Körper abbildete, wie einst bei ihrer Propaganda-Arbeit, brachte ihr aber auch Kritik ein. Die Bilder wirken, als wären sie inszeniert: Die Positionen der Leute und die Beleuchtung sind perfekt, fast zu perfekt, wie von einem Filmset. Noch heute faszinieren diese Fotografien, immer wieder werden sie in Museen gezeigt und jetzt einmal mehr in einem Bildband gewürdigt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch