Olafur Eliasson installiert in Zürich

Das Zürcher Kunsthaus präsentiert gute Zahlen für 2019 und ein abwechslungsreiches Programm für 2020.

Eine Frau posiert mit der ‹Cold Wind Sphere› des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson in London. (Archivbild) Bild: Neil Hall/EPA

Eine Frau posiert mit der ‹Cold Wind Sphere› des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson in London. (Archivbild) Bild: Neil Hall/EPA

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Das Kunstjahr 2019 schliesst das Kunsthaus Zürich mit einem guten Ergebnis ab: Es rechnet mit rund 270'000 Eintritten (gegenüber 228'642 im Vorjahr). Auch der Trägerverein ist gewachsen, mit einem Plus von 5,7% Mitgliedern auf jetzt 19'688 Personen.

Das Kunstjahr 2020 beginnt am 17. Januar mit einem Paukenschlag: Olafur Eliasson, einer der weltweit meistbeachteten Künstler, wird für das Kunsthaus eine neue Installation entwickeln. Auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern will er das Verhältnis des Menschen zu den anderen Lebewesen auf der Erde beleuchten. Dabei plädiert Eliasson für Symbiose statt Verdrängung. Die «immersive Gesamtinstallation», so das Kunsthaus, soll nicht nur den Verstand, sondern alle unsere Sinne ansprechen. (17.1.–22.3.)

Es folgt vom 31.1. bis zum 26.4. unter dem Titel «Die Poesie der Linie» eine Auswahl italienischer Zeichnungen zwischen Renaissance und Barock aus eigenem Bestand. Dabei werden Werke von Raffael, Correggio, Guercino und Carlo Maratti zu sehen sein.

Ottilia Giacometti, die wilden Zwanziger und viel Landschaft

Die Familie Giacometti bestand nicht nur aus Männern. Das Kunsthaus stellt vom 7.2. bis zum 3.5. Ottilia Giacometti ins Zentrum, Tochter von Giovanni und Annetta, Schwester von Alberto, Diego und Bruno. Nicht als Künstlerin, sondern als Objekt vieler Porträts. Ottilia starb 1937 bei der Geburt ihres Sohnes Silvio im Alter von nur 33 Jahren. Die Präsentation umfasst 76 Gemälde aus Schweizer Museen, aus Privatbesitz und der Fondation Giacometti in Paris, dazu Fotografien.

Vom 24.4. bis zum 19.7. widmet sich das Kunsthaus als Koproduktion mit den Festspielen Zürich den «Wilden Zwanzigern». Dabei werden Stilrichtungen wie das Bauhaus, Dada, die Neue Sachlichkeit sowie Design- und Architekturikonen des Modernismus gemeinsam betrachtet, wie es in der Pressemitteilung heisst. Eine Einzelausstellung stellt vom 29.5. bis zum 13. 9. den algerischen Künstler Kader Attia vor, der in seinem Werk den Kolonialismus und seine Folgen thematisiert.

Giovanni Giacometti malte seine Tochter Ottilia 1913. (Ausschnitt). Privatbesitz. Bild: Kunsthaus Zürich

«Landschaften – Orte der Malerei» zeigt vom 4.7. bis zum 8.11. 50 Gemälde aus eigenem Bestand, die zwischen 1500 und 1800 in Flandern, Holland, Italien und Frankreich entstanden sind. Die Alpen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung «Im Herzen wild: Schweizer Romantik von Füssli bis Böcklin», die vom 4.9. bis zum 6.12. anhand von 150 Gemälden den Beitrag der Schweiz zur europäischen Landschaftsmalerei vorführt.

Ottilie W. Roederstein ist selbst Kunstkennern nicht unbedingt ein Begriff. Dabei erntete die Malerin (1859–1937) zu Lebzeiten grosse Anerkennung. Sie stellte in Paris aus und vertrat 1912 die Schweiz als einzige Künstlerin bei der internationalen Kunstausstellung des Sonderbunds in Köln. Dann geriet sie in Vergessenheit. 83 Jahre nach ihrem Tod organisiert das Kunsthaus Zürich die erste monografische Werkschau in der Schweiz (4.12.–5.4.2021).

Erstellt: 12.12.2019, 18:15 Uhr

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