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Pizza schlägt Pathos

Die 19. Zürcher Kunstmesse beherbergt bis am 3. November die ABB-Halle in Oerlikon . An den Ständen der 63 Galerien fällt junge Kunst dieses Jahr besonders auf.

Simone Meier (Text) und Doris Fanconi (Bilder)

Es gibt Leute, für die kommt Kunst von Kaufen, und das beginnt dann im bescheidensten Fall bei der Rolf-Knie-Bettwäsche und hört im verrücktesten bei ganzen Museumsbeständen auf. Ein bisschen was in diese Richtung findet sich auch an der Kunst 13 Zürich, es ist vorwiegend in der Nähe der «Bolero»-Magazin-Lounge ausgestellt, die ihrerseits mit knalligen Models wirbt. Es gibt da Werke, die einzig und allein dazu da sind, dass sich der Betrachter drin spiegeln kann, oder die ihm aufmunternd in pinkem Glitzer zurufen «love you too».

Und mittendrin im Wirrwarr aus Penélope-Cruz-Porträts und einer Gruppe aus holzgeschnitzten Frauen, die sich «Frauenzimmer» nennen und ein paar holzgeschnitzte Kühe vom letzten Jahr ablösen, hoppelt selbstversunken ein kleiner goldener Hase daher. Joseph Beuys hat ihn 1982 auf Packpapier gesprayt. Noch mehr bei sich sind nur die Gletscher von Ester Vonplon, sie sind einer von acht Beiträgen, die sich heuer um den mit 25'000 Franken dotierten Förderpreis der Kunst Zürich beworben haben, der die bisher 10'000 Franken des ZKB-Förderpreises ablöst. Vonplon hat Gletscher fotografiert, die zum Schutz vor der Wärmeeinstrahlung eingepackt wurden, und das sieht nun aus, als hätte Christo verwundete, schlafende Elefanten verbunden.

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