Polizei beschlagnahmt angebliche Hitler-Bilder in Berlin

Laut dem Landeskriminalamt liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei den Aquarellen um Fälschungen handle.

Ein aus dem Jahr 1910 datiertes Aquarell namens «Alpenlandschaft» – angeblich von Adolf Hitler signiert. Bild: Auktionshaus Kloss

Ein aus dem Jahr 1910 datiertes Aquarell namens «Alpenlandschaft» – angeblich von Adolf Hitler signiert. Bild: Auktionshaus Kloss

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kurz vor einer geplanten Versteigerung hat die Polizei in einem Berliner Auktionshaus angebliche Bilder von Adolf Hitler beschlagnahmt. Es bestehe der Verdacht, dass die drei Aquarelle gefälscht seien, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag in Berlin. Das Fachkommissariat für Kunstdelikte beim Landeskriminalamt (LKA) ermittelt wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung.

Das Auktionshaus hatte die drei Bilder am Donnerstag zu einem Startpreis von jeweils 4000 Euro versteigern wollen. Die Aquarelle, die nach Angaben des Auktionshauses von 1910 und 1911 stammen sollen und deren Authentizität durch Gutachten belegt sei, zeigen zwei Alpenlandschaften und den Rhein. Die Bilder sind angeblich von Hitler signiert.

Nach Polizeiangaben ging am Donnerstag bei der Internetwache eine Anzeige ein, dass die vermutlich gefälschten Gemälde versteigert werden sollten. Daraufhin schalteten sich die Ermittler des Fachkommissariats ein.

Bei den Bildern steht unten rechts jeweils diese Signatur. Ein Experte bestätigte die Echtheit der Unterschrift. Bild: Auktionshaus Kloss

Es wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt, und die Bilder wurden am Donnerstagnachmittag beschlagnahmt. Die Untersuchung der Aquarelle sowie der zugehörigen Unterlagen dauert an und wird einige Zeit in Anspruch nehmen, wie die Polizeisprecherin sagte.

Erfolglose Versuche als Kunstmaler

Der NS-Diktator hatte sich in frühen Jahren erfolglos als Kunstmaler versucht. Die meisten von Hitler gemalten Bilder befinden sich in privaten Sammlungen in Österreich, Deutschland, Grossbritannien und den USA.

Im aktuellen Fall gibt es nach Berichten der «Welt» zusätzlich Zweifel an der Echtheit aufgrund der Signaturen. Diese unterschieden sich stark voneinander und sähen teilweise völlig anders aus als Hitlers echte Unterschriften aus der Zeit vor 1914. In Deutschland dürfen grundsätzlich Bilder Hitlers verkauft und gehandelt werden. Voraussetzung ist, dass sie keine verfassungswidrigen Symbole zeigen. (nag/AFP)

Erstellt: 25.01.2019, 10:43 Uhr

Artikel zum Thema

Ihr Vater versuchte, Hitler zu töten

Die Bernerin Reinhild von Kleist stammt aus einer alten Adelsfamilie. Ihr Vater wurde nach dem gescheiterten Attentat 1944 gegen Hitler hingerichtet. Mehr...

Unter «Du Hitler!» gehts nicht mehr

Kolumne Tatsächlich hatte sich AfD-Chef ­Alexander Gauland bei seinem Gastbeitrag nicht bei Hitler bedient – sondern: beim «Tagesspiegel». Mehr...

Zürcher Esoterikgeschäft verkauft Hitler-Buch

Ein Zürcher Geschäft bietet neben Räucherstäbchen antisemitische Bücher an. Auch Hitlers unkommentierte Ausgabe von «Mein Kampf». Der Israelitische Gemeindebund erstattet Anzeige. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...