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«Religion bleibt für viele tabu»

Kunst als Ersatzreligion: Blick in die Ausstellung «The Church» in der Zürcher Kunsthalle. Foto: Annik Wetter

Seit Wochen läuft die Ausstellung «The Church». Sind Sie als Kunsthalle-Leiter dabei der Priester, der Papst oder der liebe Gott?

Es ist ja nicht nur Provokation, in der Ausstellung wird echter Gottesdienst angeboten.

Aber sind das nicht verkappte Wirtschaftskriege, die wir in Syrien, Afghanistan oder dem Irak erleben?

Sind die Gottesdienste in der Kunsthalle ökumenisch?

Und, gibt es Reibung?

Sind Sie selber protestantisch?

Kirchen klagen über stetigen Gläubigenschwund, wie gut ist der Kunsthalle-Gottesdienst besucht?

Die hohen Räume der Kunsthalle erinnern an eine Kathedrale. Rob Pruitts Installation darin – mit Silberfolie beklebtes Mobiliar, bedruckte Tücher, Plakate – eher an die Occupy-Bewegung. Absicht?

«Use a museum as a church» heisst Ihr aktueller Slogan. Ist das nicht die totale Kapitulation einer Kunstinstitution? Es ist wohl der Abschied von einer bestimmten Vorstellung von Kunst und Museum.

Was ist denn mit der modernen Erwartung passiert, dass Kunst die Religion entthront?

Anstatt zu verschwinden, hat sich der Künstler selbst zum Kunstwerk erklärt – wie Andy Warhol.

Wie etwa dem Diskurs um die Gleichstellung der Frau?

Bis jetzt hat die abstrakte Kunst mit ihrem Absolutheitsanspruch nichts an ihrer Bedeutung verloren – Rothko, de Kooning, Pollock sind begehrt wie noch nie.

Leidet die Kunst darunter?