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Seine Handschellen sind aus Jade

In China darf er nicht ausstellen, dafür zeigt ihn Deutschland mit all seiner Poesie, seinem Engagement und Humor: Ai Weiwei im Berliner Gropius-Bau.

Die Konservendosen von Andy Warhol, die Filzdecken von Joseph Beuys, das Pissoir von Marcel Duchamp. Und die Taxifensterkurbel von Ai Weiwei. Aus Glas gefertigt, auf einem Sockel ausgestellt, unter einer Vitrine platziert, grell angeleuchtet im Berliner Gropius-Bau. «Diese Skulptur beschreibt das Gesamte», sagt der energische Begleiter, der durch die Ausstellung führt. Es ist nicht der Künstler selber, Ai durfte nicht nach Berlin reisen zur grössten Ausstellung, die über seine Arbeit ausgerichtet wurde und viele neue Werke zeigt. «Evidence» heisst die Ausstellung, Indiz, Beleg, Beweismittel, und das heisst auch: Beleg dafür, dass es ihn noch gibt.

Ai Weiwei mag in der Welt berühmt sein, sicher ist er daheim nicht. Der 56-Jährige wird in seiner Heimat schikaniert und diffamiert, überwacht und ­abgehört, sogar das Zimmer seines 5-jährigen Sohnes ist verwanzt. Sein Vater weiss nicht, ob er wieder verhaftet wird. Er weiss auch nicht, was ihm das Regime vorwirft.

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