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So sieht Noahs Arche heute aus

Im Fotomuseum Winterthur zeigt der Lausanner Fotograf Yann Mingard, wie unsere Zivilisation heute Leben konserviert – und sich damit auf eine Zeit vorbereitet, in der man dieses Leben rekonstruieren müsste.

Volles Röhrchen: Shakespeares Sonette, eine Audio-Passage aus Martin Luther Kings Rede, ein JPEG und ein PDF eines wissenschaftlichen Artikels wurden hier codiert und als synthetische DNA abgespeichert.
Volles Röhrchen: Shakespeares Sonette, eine Audio-Passage aus Martin Luther Kings Rede, ein JPEG und ein PDF eines wissenschaftlichen Artikels wurden hier codiert und als synthetische DNA abgespeichert.
© Yann Mingard
Hier kommt kein Leben mehr: Kastration eines Hengstes am Gestüt Avenches.
Hier kommt kein Leben mehr: Kastration eines Hengstes am Gestüt Avenches.
© Yann Mingard
Goodbye Lenin: In diesem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau wird der einbalsamierte Leichnam seit 1924 ausgestellt.
Goodbye Lenin: In diesem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau wird der einbalsamierte Leichnam seit 1924 ausgestellt.
© Yann Mingard
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Alabuschewo, ein Vorort von Moskau; in der Ecke eines Korridors steht eine Art Milcheimer auf einem stumpfgrauen Teppich, und darin liegen gefroren ein Hund und drei menschliche Hirne.

36'000 Dollar verlangt die Firma Kriorus für die Tiefkühlhaltung einer ganzen Person. Aber schon für 12'000 halten sie einem hier nach dem Tod das Gehirn so lange frisch, bis man es dereinst, die Entwicklung der dafür nötigen Technologie vorausgesetzt, auftauen und wieder in Betrieb nehmen kann; zusammen mit einem «neu nachgewachsenen oder zur Gänze künstlichen Körper», wie es bei der Firma heisst. Hier also, in diesem zerbeulten, mit abgewetzten Etiketten verklebten und mit Drähten verschnürten Topf, könnte es liegen: das ewige Leben. Wie Science-Fiction sieht das wirklich nicht aus.

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