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Späte Ehrung für einen Freund der Sowjetunion

1944 hatte Hans Erni mit einem Plakat für freundschaftliche Beziehungen zur Sowjetunion geworben. Jetzt wurde der Künstler dafür geehrt.

Der 101-jährige Maler Hans Erni ist am Samstag in Luzern für seine Verdienste um die Völkerverständigung geehrt worden. Auf Initiative der Gesellschaft Schweiz-Russland (GSR) - weil er 1944 mit einem Plakat für freundschaftliche Beziehungen zur Sowjetunion warb. Damals hiess die Organisation noch Gesellschaft Schweiz-Sowjetunion (GSS). Und Ernis Plakat wurde vom Bundesrat wegen «Propaganda für eine kriegsführende Macht» verboten. Der Künstler, der noch 1939 ein Riesenwandbild für die Landesausstellung gemalt hatte, wurde nun zum «kommunistischen Landesverräter».

Erni wurde in der Folge observiert und von staatlicher Seite boykottiert. Eine von ihm gestaltete Banknotenserie wurde zurückgezogen und eingestampft. Unter dem Eindruck von Stalins Schreckensherrschaft und dem kommunistischen Dogmatismus wandte sich Erni allerdings später vom einstigen Heilsglauben ab.

Die Ehrung vom Samstag wurde laut einer Mitteilung der GSR von Balaika-Klängen umrahmt. Die Laudatio hielt Professor Georg Kreis. Anschliessend gab es ein russisches Buffet mit Krim-Sekt und Baltika-Bier.

SDA/vin

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