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Streit um den schönen David

Der italienische Staat und die Gemeinde Florenz zanken sich um den Besitz der weltberühmten «David»-Statue von Michelangelo.

Der Florentiner Bürgermeister Matteo Renzi erklärt, dass die Statue der Gemeinde Florenz gehöre. Das italienische Kulturministerium erwidert dagegen, die Statue sei staatliches Eigentum. Auf dem Spiel stehen acht Millionen Euro, die jährlich Touristen aus der ganzen Welt zahlen, um die Marmorstatue aus der Nähe zu bewundern.

Laut dem Bürgermeister entstand die Statue im Auftrag der damaligen Republik von Florenz, die den «David» auf der Piazza Signoria vor dem Palazzo Vecchio, dem Sitz der Gemeinde, aufstellte. Die Statue sei daher unbestreitbar Eigentum der Stadt, bekräftigte Renzi in einem Interview der Zeitung «La Repubblica» vom Wochenende.

Rechtsanwälte eingeschaltet

Das Kulturministerium behauptet dagegen, dass historische Kunstwerke im Besitz des italienischen Staates stehen. Das gelte auch für den «David». Das Kulturministerium beauftragte zwei Rechtsanwälte, den Fall zu überprüfen. Diese kamen zum Schluss, dass das Standbild staatlicher Besitz sei.

Die Gemeinde Florenz sei kein direkter Nachfolger der Florentiner Republik, die 1504 Michelangelo den Auftrag für die Statue gegeben hatte. Der Bürgermeister von Florenz ist anderer Ansicht. Gemäss unbestreitbaren Dokumenten gehöre der «David» der Stadt Florenz.

Stadt sucht nach Geldquellen

Für die Gemeinde sind die Einnahmen der Touristen, die den «David» besichtigen, eine wichtige Finanzquelle. Derzeit landen jährlich acht Millionen Euro in den staatlichen Kassen. Da die Regierung von Silvio Berlusconi im Zuge eines strengen Sparplans die Beiträge an die Gemeinden in den kommenden Jahren stark kürzen will, sucht Florenz nach alternativen Einnahmen. Daher verlangt sie jetzt das Geld, das der «David» garantiert.

Rund 1,3 Millionen Menschen besuchen jährlich die Galleria Dell'Accademia, wo sich das Standbild seit 137 Jahren befindet. An ihrem Original-Standplatz an der Piazza della Signoria befindet sich jetzt eine Replik der 4,34 Meter hohen Statue.

SDA

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