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Unser bedrohliches Onlineleben

Das Vögele-Kulturzentrum will eine gegenwartsnahe Ausstellung präsentieren – und ist zu spät.

«I.ch – Wie online leben uns verändert», so heisst die aktuelle Ausstellung im Vögele Kulturzentrum in Pfäffikon. Ein vielversprechender Titel. Das interessiert mich, denn: Ich lebe online. Natürlich nicht nur, aber auch. Entsprechend erwartungsvoll lasse ich mich auf den Rundgang ein, ahne aber bei den übergrossen QR-Codes (wer scannt die heute noch?) und den Abkürzungs-Erklärungen (LOL = laughing out loud, 4U = for you), dass mich vielleicht doch nicht eine zukunftsgerichtete Ausstellung erwartet.

An der Wand hängen Drucker, die Twitter-Nachrichten in Echtzeit ausspucken. «Murmur Study» heisst die Installation vom amerikanischen Künstler Christopher Baker, die Kritik üben will an der Unmenge an Belanglosigkeiten, die auf Twitter produziert werden. Ich trete näher ans Kunstwerk, lese «wtf oooh no! lol», «need some sleep nooow, lololol» und bin fertig damit. Das 140-Zeichen-Gezwitscher wurde schon auf pointiertere Weise angegriffen.

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