Weihnachtssterne basteln – der Selbstversuch

Fabienne Morel bot zuerst Bastelkurse für Kinder an. Mittlerweile kommen die Eltern.

Holen Sie Schere und Papier hervor, und machen Sie gleich mit. Video: Tamedia

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Gezackte Sterne in Silber, Orange, Knallgelb hängen an einer Stange. Filigrane Muster zieren das hauchdünne bis fast kartonartige Papier der Weihnachtsdekoration. Wir sind im Atelier von Designerin und Handarbeitslehrerin Fabienne Morel. Sie bietet im Kreis 4 in Zürich Workshops an, in denen man die Weihnachtssterne gleich selbst basteln kann.

Zuerst habe sie nur Kurse für Kinder angeboten. «Das würde ich auch gerne machen!», hätten die Eltern jeweils zu ihr gesagt, als sie ihre Kinder abholten. «Auch für Erwachsene sind kreative Tätigkeiten wie Basteln wichtig», findet Morel. Dies helfe mit, die Feinmotorik zu schulen, und wirke sich positiv auf kognitive Entwicklungen aus.

Wo steht die «Hanzgi» heute?

Morel hat 20 Jahre Erfahrung als Lehrerin und unterrichtet unter anderem Handarbeit. Anders als früher gebe es heute für Lehrpersonen lediglich eine verkürzte Ausbildung in diesem Fach. Das kommt für Morel einer Abwertung bei. Sie glaubt nicht, dass der Unterricht so dieselbe Qualität wie früher behalten könne.

Allerdings ist sie froh, dass sie heute mehr Freiheiten hat in ihrem Unterricht. «Die Handarbeit ist weniger stier als früher», man könne experimentieren, spontan auf Vorschläge und die Befindlichkeit der Klasse eingehen.

Kinder sollen Material erleben

«Die Kinder müssen viel leisten in der Schule», sagt Morel. Sie sieht, wie ihre Schülerinnen und Schüler die Handarbeit geniessen, da sie nicht unter Zeit- oder Leistungsdruck stehen, selbst etwas Schönes kreieren und sich ausleben können.

Den Vorwurf, dass Handarbeit in Zeiten der Digitalisierung, der iPads und Schul-Apps altmodisch sei, lässt Morel nicht gelten. «Das Haptische ist wichtig für die Kinder» – Farben und Material erleben, sehen, wie etwas entsteht. Denn die Gesellschaft, in der die Kinder aufwachsen, sei sich zunehmend gewohnt, alles fertig kaufen zu können, sogar Bastelbogen, die zu einem grossen Teil vorgefertigt sind.

Während Morel erzählt, entsteht in ihrer Hand ein neuer Stern, ein Unikat, das eben noch ein rechteckiges Stück Seidenpapier war.

Wir haben es auch ausprobiert. Das Resultat sehen Sie oben im Video.

Nächste Workshops bei Fabienne Morel:

  • 3.12.: Sternen-Workshop im Living Room, Sihlcity, 8045 Zürich.
  • 4./5./10.12.: Sternen-Workshop im Atelier, Grüngasse 19, 8004 Zürich.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Erstellt: 03.12.2019, 06:34 Uhr

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