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Weihnachtsfeier vor Betonsperrwall

Der britische Street-Art-Künstler Banksy übt mit seiner Installation in Bethlehem Kritik an Israels Besetzung des Westjordanlands.

Christoph Heim
Das Kunstwerk «Die Narbe von Bethlehem» wird dem Street-Art-Künstler Banksy zugeschrieben und ist in einem Hotel im Westjordanland ausgestellt.
Das Kunstwerk «Die Narbe von Bethlehem» wird dem Street-Art-Künstler Banksy zugeschrieben und ist in einem Hotel im Westjordanland ausgestellt.
AFP

Im Westjordanland ist kurz vor Weihnachten ein neues Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy präsentiert worden. Die Installation trägt den Namen «Die Narbe von Bethlehem» und ist seit Samstag im Walled Off Hotel in Bethlehem nahe dem israelischen Sperrwall zu sehen. Sie zeigt Maria und Josef, Ochs und Esel und das Jesuskind in der Krippe vor einer Betonwand mit einem sternförmigen Detonationsloch.

«Es ist eine grossartige Möglichkeit, die Geschichte von Bethlehem, die Weihnachtsgeschichte, auf eine andere Art und Weise zu erzählen», sagte der Hotelmanager Wissam Salsaa bei der Präsentation des Werks gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Banksy wolle die Menschen dazu bringen, mehr über das Leben der Palästinenser in Bethlehem nachzudenken. Er versuche «eine Stimme für diejenigen zu sein, die nicht sprechen können», und schaffe «eine neue Art des Widerstands durch Kunst».

Das Walled Off Hotel liegt in der Nähe des israelischen Sperrwalls und warb in der Vergangenheit mit der «schlechtesten Aussicht der Welt», weil der Blick von den Zimmern direkt auf die Betonmauer, den sogenannten israelischen Sperrwall, geht, der die Stadt Bethlehem von Israel trennt.

Ein Hotel voller Banksy-Werke

Das Hotel sei, wie der britische «Guardian» schreibt, vor zwei Jahren eröffnet worden und verfüge über zahlreiche Kunstwerke von Banksy. Das Highlight des Hotels sei Zimmer Nummer 3, bekannt als «Banksy-Raum», wo über dem Bett ein Werk von Banksy hänge, das einen Israeli und einen Palästinenser bei einer Kissenschlacht zeige.

Salsaa bezeichnete die Mauer als eine «Narbe», die alle beschämen solle, die ihren Bau unterstützt hätten. Die Krippenkunstinstallation trägt zudem die Inschriften «Liebe» und «Frieden» in Graffitiform auf Englisch und Französisch.

Israel hatte 2002 auf dem Höhepunkt des zweiten Palästinenseraufstands mit dem Bau der Sperranlagen begonnen. Die Zäune und Mauern verlaufen weitgehend auf dem Gebiet des 1967 besetzten palästinensischen Westjordanlands und nicht auf der international anerkannten Grenze Israels von 1949. Deshalb wurden die Barrieren 2004 vom Internationalen Gerichtshof und danach auch von der UNO als völkerrechtswidrig eingestuft.

Banksy hat Wände in aller Welt mit seinen Graffiti verziert. Seine oftmals politischen Arbeiten werden nicht selten für Hunderttausende von Franken gehandelt. Die genaue Identität des Künstlers ist unklar. In den Palästinensergebieten hat Banksy bereits mehrfach seine Spuren hinterlassen.

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