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Zürichs beste Kunst

Das Helmhaus lockt mit dem beliebtesten Programmpunkt seiner Saison: Die Ausstellung zu den städtischen Kunststipendien zeigt die Arbeiten aller Finalisten. Im besten Fall ist das verdammt gute Kunst.

Am Anfang steht die Biografie von Mahatma Ghandi, am Ende die «Rassenkunde des Deutschen Volkes». Und dazwischen, auf circa zwei Meter Bücherregal: Defoes «Robinson Crusoe», Shakespeare, die Bibel und überhaupt so einiges, was das Wesen des Menschen er- und begründet. Oder es zumindest versucht. Ist es Zufall, dass einem, je weiter rechts im Regal man stöbert, desto mulmiger zumute wird? Weil hier die Aufschriften auf den Buchrücken plötzlich Giftgas oder Leni Riefenstahl ins Spiel bringen?

Jedenfalls knallt uns dieses Literaturkonvolut, das der Künstler Sebastian Utzni in einer Ecke des Helmhauses an die Wand montiert und auf der zugehörigen Plakette unzweideutig als «Bibliothek A. H.» ausgewiesen hat, die unbequeme Frage vor die Füsse, wie schnell das Streben nach Geistesgrösse in Grös­senwahn – oder auch einfach nur Wahn – kippen kann.

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