Die Museumsdichte ist im Tessin am höchsten

Insgesamt 13,3 Millionen Eintritte verzeichneten die Museen der Schweiz 2018, ein geringer Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Nimmt immer einen Spitzenplatz in der Besucherstatistik ein: Das Verkehrshaus in Luzern mit dem Rega-Jet. Foto: Urs Flüeler (dpa)

Nimmt immer einen Spitzenplatz in der Besucherstatistik ein: Das Verkehrshaus in Luzern mit dem Rega-Jet. Foto: Urs Flüeler (dpa)

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Im Jahr 2018 zählten die Schweizer Museen insgesamt 13,3 Millionen Eintritte, das sind rund 300’000 Eintritte weniger als im Jahr 2017, aber rund 1,5 Millionen mehr als 2015, als das Bundesamt für Statistik diese Zahlen zum ersten Mal erhob. Die Steigerung der Besucherzahlen im Vierjahresvergleich erklärt das Statistische Amt mit der «Eröffnung neuer, gut besuchter Museen und mit Wechselausstellungen, die viele Besucherinnen und Besucher in bereits bestehende Museen lockten».

Die Besucherzahlen sind ein Teil der Museumsstatistik des Bundes. Leider sind die meisten der mühsam erhobenen Daten nicht sehr aussagekräftig. So lehren uns die Statistiker zum Beispiel, dass der Grossteil der Museumsbesucher, die in der Schweiz gezählt werden, von wenigen grossen Häusern angelockt wird. Das kann niemanden verwundern. Die 58 meistbesuchten Museen (Museen mit hoher Besucherzahl, also über 50’000 Eintritten im Jahr) registrierten 2018 rund 8,1 Millionen Eintritte; das ist mehr als die Hälfte der Gesamteintritte im Jahr 2018.

Insgesamt wurden 2018 in der Schweiz 1118 Museen gezählt. Das sind drei Häuser weniger als 2015. Und wenn man die Museen nach verschiedenen Typen gliedert, ergibt sich folgendes Bild: 2018 verbuchten die 1118 Schweizer Museen bei einem Total von 13,3 Millionen Eintritten einen Schnitt von 11’855 Eintritten. Die 59 naturwissenschaftlichen Museen wurden mit durchschnittlich mehr als 27’000 Eintritten am häufigsten besucht, gefolgt von den 26 archäologischen, 124 historischen und 14 ethnografischen Museen (gemeinsamer Schnitt knapp 21’000) und den 165 Kunstmuseen (knapp 20’500). Am wenigsten besucht wurden die 367 regionalen und lokalen Museen (durchschnittlich weniger als 1800 Eintritte).

Was will uns das sagen? Dass die naturwissenschaftlichen Museen in der Schweiz im Schnitt wohl grösser sind als die archäologischen und dass es neben Grossmuseen wie dem Zürcher Kunsthaus und der Fondation Beyeler eben auch ganz viele kleine Kunstmuseen gibt, die den Schnitt gewaltig nach unten drücken. Schliesslich wundert es niemanden, dass ein kleines Dorfmuseum irgendwo im Berner Oberland nur wenige Eintritte verzeichnet.

Auch viele privat betriebene Museen bekommen Staatsgelder

Die Statistiker haben auch herausgefunden, dass sich fast drei Viertel (71,5 Prozent) der Schweizer Museen in der Deutschschweiz befinden, während 20,3 Prozent in der französischsprachigen und 8,2 Prozent in der italienischsprachigen Schweiz liegen. Vergleicht man die Anzahl Museen mit der Bevölkerungszahl, zeigt sich, dass die italienischsprachige Schweiz mit 25 Museen pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner die höchste Museumsdichte aufweist, gefolgt von der deutschsprachigen und an dritter Stelle von der französischsprachigen Schweiz mit 13,2 beziehungsweise 10,7 Museen pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wer also künftig im Tessin ein Museum eröffnen will, der wird die Museumsdichte zusätzlich erhöhen, was aber auch nicht wirklich schlimm ist.

Von einigem Interesse dürfte immerhin das Ergebnis sein, dass die meisten Museen (70,5 Prozent) privatrechtlich organisiert sind, am häufigsten als Vereine (31,1 Prozent) und Stiftungen (27,1 Prozent). Das heisst allerdings nicht, dass sie nicht auch Staatsgelder beziehen, denn 50,6 Prozent der Museen geben zu Protokoll, dass sie hauptsächlich vom Staat finanziert werden, während nur 46,1 Prozent der Museen primär von privaten Geldern leben.

Kunstmuseen wechseln das Angebot am häufigsten

Als öffentlich-rechtliche Museen gelten 29,5 Prozent aller Museen in der Schweiz. Davon werden 17,5 Prozent von Gemeinden, 5,6 Prozent von Kantonen und 0,6 Prozent vom Bund verwaltet. Für die restlichen 5,8 Prozent sind andere öffentlich-rechtliche Korporationen oder Anstalten zuständig (z.B. Bezirke, Bürgergemeinden, öffentlich-rechtliche Stiftungen).

Die Statistiker, die auch die Anzahl der Führungen in den Museen und die Anzahl Veranstaltungen, etwa Vernissagen, erhoben, fragten nach dem Verhältnis von Dauerausstellungen zu Wechselausstellungen. Hier ist das nicht besonders überraschende Ergebnis, dass Kunstmuseen sich punkto Ausstellungspolitik stark von den restlichen Museen unterscheiden: Ihr Fokus liegt auf Wechselausstellungen, während Dauerausstellungen seltener angeboten werden. Kunstmuseen weisen im Jahr 2018 mit mehr als drei eröffneten Wechselausstellungen (3,3) den höchsten Durchschnittswert auf und liegen somit deutlich über dem Schweizer Durchschnitt (1,5).

Erstellt: 12.11.2019, 16:54 Uhr

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