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Musiker erklärt seine Anzeige gegen Rocchi

David Klein bezichtigt den Komiker Massimo Rocchi einer antisemitischen Äusserung. In der «SonntagsZeitung» erklärt er die Gründe für seine Anzeige.

Umstrittene Äusserung zum jüdischen Humor: David Klein (l.) zeigte Massimo Rocchi (r.) an. (Bilder: Margrit Müller/BaZ und Martin Rütschi/Keystone)
Umstrittene Äusserung zum jüdischen Humor: David Klein (l.) zeigte Massimo Rocchi (r.) an. (Bilder: Margrit Müller/BaZ und Martin Rütschi/Keystone)
Keystone

Urheber der Antisemitismus-Anzeige gegen den Komiker Massimo Rocchi ist der Basler David Klein. Der 52-Jährige ist Musiker und Komponist; er hat mit Dee Dee Bridgewater, Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer gearbeitet, für Anna Rossinelli schrieb er den Eurovision-Song.

In einem Beitrag für die «SonntagsZeitung» begründet er, weshalb er juristisch gegen den Comedian vorgeht, und erläutert dessen Aussagen in der SRF-Sendung «Sternstunde Philosophie» vom März 2013. Rocchi hatte gesagt, der jüdische Humor sei immer auf Zinsen aus. Denn «der Jude macht auf Humor, um zu zeigen, dass er Jude ist und dass er Humor hat und dass er nahe bei Gott ist». Im Unterschied dazu mache «der Komiker» das nicht.

«Antisemitisches Stereotyp»

Nach der Sendung habe Klein versucht, Rocchi zu kontaktieren, der sich laut einer Sekretärin seines Managements aber in den Ferien befunden habe. «Nachdem ich nach mehreren Wochen weder vom Management noch von Rocchi eine Antwort erhielt, erstattete ich Anzeige», erklärt Klein.

Die Empörung des Musikers wurde aber nicht nur dadurch genährt, dass Rocchi den jüdischen Humor in corpore als anbiedernd und berechnend darstellt und damit auch das «antisemitische Stereotyp des geldgierigen Juden» bemühe. Der Komiker habe auch den Clown Grock als eines seiner grossen Vorbilder genannt, «ohne dessen Kollaboration mit den Nazis auch nur mit einem Wort zu erwähnen».

Als Rocchi auch noch seine Bewunderung für die Schauspielerin Vanessa Redgrave äusserte, die in ihrer Oscarrede von 1978 Israel einen «Haufen zionistischer Verbrecher» genannt hatte, habe Klein in «einer freundlichen Mail» Rocchi und das SRF um eine Stellungnahme gebeten.

Vorwurf gegen den Moderator

Vorwürfe richtet er auch gegen den Moderator der Sendung, Juri Steiner. Dieser habe Rocchis Äusserungen kommentarlos stehen lassen. In einem Schreiben an Klein habe SRF die fehlende Reaktion Steiners damit begründet, dass Rocchis Verständnis vom jüdischen Humor nicht Gegenstand der Sendung gewesen sei und man beim Thema habe bleiben wollen. Massimo Rocchi und Steiner waren für die «SonntagsZeitung» für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Rocchi liess letzte Woche verlauten, dass er die Anschuldigungen gegen ihn abstreitet; er habe in seinen Shows «zu keinem Zeitpunkt Menschen wegen ihrer ethnischen Herkunft oder Religion herabgesetzt oder diskriminiert».

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