77'000 rockten am 30. Gurtenfestival

In seinem Jubiläumsjahr verzeichnet das Openairfestival auf dem Berner Hausberg einen Besucherrekord. Ein Wermutstropfen war das Debakel mit dem Cashless-System.

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Das Berner Gurtenfestival verzeichnet einen neuen Zuschauerrekord. Die Organisatoren haben in den letzten vier Tagen 77'000 Besucherinnen und Besucher registriert - 1000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012.

An einer Medienkonferenz ein paar Stunden vor Festivalschluss zogen die Organisatoren am Sonntagnachmittag auf dem Berner Hausberg nicht nur wegen der Zuschauerzahlen eine positive Bilanz der 30. Austragung. Sie sprachen von mehreren Highlights im künstlerischen Bereich.

Damit meinten sie beispielsweise die Auftritte der Band Hurts am Samstag, der Toten Hosen am Freitag und des französischen Energiebündels Zaz am Sonntagnachmittag.

Auch das Wetter war über die ganze Dauer des Festivals gesehen passabel bis gut. Deshalb werde das 30. Gurtenfestival aus kommerzieller Sicht sicher erfolgreich abschliessen, sagte Festival-Co-Leiter Philippe Cornu.

Besondere Vorkommnisse gab es - abgesehen von den Problemen mit dem sogenannten Cashless-Bezahlsystem am Donnerstag - nicht. Allerdings kam es auch in diesem Jahr zu mehreren Diebstählen.

Der neue Zuschauerrekord hatte sich schon am Freitagmorgen abgezeichnet. Die Organisatoren gaben damals bekannt, am Donnerstag - dem ersten Festivaltag - seien mehr Besucher gekommen als 2012. Da die übrigen drei Tage in beiden Jahren ausverkauft waren, sah man den Rekord schon kommen.

Cashless-System wird eingehend analysiert

Für die Festivalorganisatoren endete am Sonntag ein Anlass positiv, der sehr schlecht begonnen hatte. Hatten sie doch im Vorfeld gross angekündigt, auf Zukunftstechnologie zu setzen. In diesem Jahr werde man auf dem ganzen Gelände nur noch bargeldlos bezahlen können.

Am Donnerstag mussten sie aber wegen eines Systemfehlers in der Software doch Bargeld zulassen. Nach einer Nachtschicht der Techniker lief am Freitag das System. Bis Sonntag liessen die Organisatoren an den Essens- und Getränkeständen und Bars dennoch sowohl Bargeld als auch den Chip am Festivalbändel als Mittel zum Bezahlen zu.

Ob die Organisatoren nächstes Jahr weiterhin auf das bargeldlose Bezahlen setzen wollen, entscheiden sie erst nach einer eingehenden Auswertung aller Vor- und Nachteile im Herbst.

Black Rebels und Smashing Pumpkins kamen nicht an

Sicher weniger Anklang als erwartet gefunden haben am Gurtenfestival die Bands Black Rebel Motorcycle Club und The Smashing Pumpkins. Die US-amerikanischen Rebellen wirkten auf der Bühne etwas unmotiviert; der düstere Rock der «Pumpkins» kam am Samstagabend beim Publikum nicht an.

Positiv aufgenommen wurden neben den Toten Hosen, der Französin Zaz und den Briten Hurts auch die belgischen Triggerfinger, Kosheen, Seven aus der Schweiz und die Berner Rapperin Steff la Cheffe. Gemäss den Organisatoren haben auch Netsky, Reptile Youth und Goose viele neue Fans gefunden.

Eine kleine - natürlich überhaupt nicht repräsentative - Umfrage der sda am Sonntagnachmittag bei rund 50 Drei- und Viertages-Festivalbesuchern ergab ein klares Bild. Die meisten Befragten bezeichneten das Konzert der Toten Hosen als das beste des Festivals, gefolgt von jenem von Zaz. (kle/sda)

Erstellt: 21.07.2013, 21:26 Uhr

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