Das Revue-Girl mit der falschen Hüfte

Showstar Liza Minnelli feiert morgen Samstag ihren 65. Geburtstag. Nach ihrem Erfolg im Musical «Cabaret» musste sie sich immer wieder ins Rampenlicht zurück kämpfen. Das hinterliess Spuren.

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«Was kümmert es mich, wie alt ich bin, solange ich hier oben auf der Bühne stehen kann», sagte Liza Minnelli 2008 bei einem Auftritt in Regensburg. Die legendäre Entertainerin hat sich immer wieder ins Rampenlicht zurück gekämpft. Inzwischen hat sie nach eigenen Angaben künstliche Gelenke in den Hüften und in einem Knie. Aber nach wie vor gibt sie «alles für die Show», wie sie sagt. Am Samstag, 12. März, wird sie 65 Jahre alt.

Mit 25 Jahren spielte sie die oscargekrönte Rolle ihres Lebens als Revuesängerin Sally Bowles in «Cabaret» und schuf damit eine Film-Ikone. Den Look mit Kurzhaarfrisur und fächerartigen künstlichen Wimpern hat sie bis heute beibehalten. Und den im Song «Life is a cabaret» verherrlichten Suchtmitteln Alkohol und Pillen ist sie auch persönlich verfallen. Ihre Karriere verlief in einem Wechsel zwischen Absturz und Comeback.

Judy Garlands Tochter

Als Tochter der berühmten Schauspielerin und Sängerin Judy Garland («Der Zauberer von Oz») und des Regisseurs Vincente Minnelli wurde sie ins Showbusiness hineingeboren. Der Komponist Ira Gershwin war ihr Pate und Namensgeber («Liza (All the Clouds'll Roll Away»). Liza Minnelli wuchs praktisch in Filmkulissen auf. Ihre eigene Karriere begann im zarten Alter von zweieinhalb Jahren, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter im Film «Damals im Sommer» mitspielte. Jahrzehnte später sagte Liza Minnelli: «Ich hatte eine fantastische Kindheit – mit der Ausnahme, dass ich nie Kind sein durfte.»

Sie habe gelernt, dass das Showbusiness in erster Linie harte Arbeit sei. Eine wirklich gute Sängerin sei sie nicht, bekannte sie vor zwei Jahren in einem Interview der «Zeit». «Ich bin eine gute Tänzerin und eine gute Schauspielerin. Eine Schauspielerin in der Musik.» Nach dem Vorbild von Charles Aznavour nimmt sie jeweils die Rolle des Menschen ein, aus dessen Perspektive der Song erzählt wird.

Mit 16 Jahren startete sie in New York ihre Bühnenkarriere. 1965 wurde sie als beste Musical-Darstellerin des Jahres ausgezeichnet, und die erste Oscar-Nominierung folgte 1969 zu Beginn ihrer Filmkarriere. Der Titelsong von Martin Scorseses Film «New York, New York» (1977) brachte ihr allerdings kein Glück. Er ist auf ewig mit Frank Sinatra verbunden.

Brautjungfern in Schwarz

1984 unterzog sich Liza Minnelli einer längeren Entziehungskur in der Betty-Ford-Klinik. 1987 feierte sie ein triumphales Comeback mit Evergreens in der New Yorker Carnegie Hall. Das dabei aufgenommene Live-Album gilt als das Beste ihrer Musikkarriere. Sie suchte aber auch Anschluss an den Zeitgeschmack: 1989 nahm sie zusammen mit dem britischen Pop-Duo Pet Shop Boys das Album «Results» auf.

Danach häuften sich gesundheitliche Probleme. Eine neue Liebesbeziehung gab ihr 2001 Auftrieb. Michael Jackson stellte ihr damals den Event-Manager David Gest vor. Dieser wurde im März 2002 Minnellis vierter Ehemann. 15 Brautjungfern waren dabei, alle schwarz gekleidet, was sich als schlechtes Omen erwies.

Minnelli verbrachte ihren ersten Hochzeitstag in einem Zentrum für Alkohol- und Drogenabhängige. Im Juli 2003 wurde die Trennung des Ehepaares bekanntgegeben. Gest verklagte Minnelli auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz wegen häuslicher Gewalt und umgekehrt sie ihn wegen Diebstahls. Die Scheidung wurde 2007 vollzogen. Inzwischen machte Minnelli wieder künstlerisch von sich reden. So hatte sie einen Auftritt im Kinofilm «Sex and the City 2».

(jos/dapd)

Erstellt: 11.03.2011, 15:54 Uhr

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