Edita Abdieski: «Ich war nie ein Fan von Castingshows»

Die Bernerin Edita Abdieski hat es bei der Castingshow «X Factor» am Dienstag unter die letzten drei Kandidaten geschafft. Dabei wollte sie es eigentlich ohne ein solches TV-Format an die Spitze der Charts schaffen.

Im Endspurt: Der Bernerin Edita Abdieski (25) winkt in Deutschland ein Plattenvertrag.

Im Endspurt: Der Bernerin Edita Abdieski (25) winkt in Deutschland ein Plattenvertrag. Bild: VOX/zvg

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Frau Abdieski, Sie gehören zu den letzten drei Kandidaten einer grossen TV-Castingshow – ist das immer schon ein Ziel von Ihnen gewesen?
Edita Abdieski: Ich war nie ein grosser Fan von Castingshows und wollte es eigentlich auf einem anderen Weg versuchen. Doch das Musikbusiness ist mittlerweile so hart, und die Mechanismen haben sich verändert. Als ich dann im englischen Fernsehen «X Factor» sah, hat mich dieses Format überzeugt.

Inwiefern?
Das Konzept der Show ist seriöser als bei anderen Sendungen. Alle Teilnehmer sind Vollblutmusiker, die nicht verändert oder auf eine bestimmte Schiene gedrängt werden. Als ich erfuhr, dass in der Jury der deutschen Ausgabe neben der Popsängerin Sarah Connor und dem Produzenten George Glueck mit Till Brönner auch ein waschechter Jazzer sitzt, war für mich klar, dass ich da mitmachen will.

Sie haben ja in Bern bereits eine CD aufgenommen, als Duo Vanessaedita. Wollten Sie nie auf diesem Weg weitermachen?
Ich wollte immer Sängerin werden, und als mit 18 Jahren plötzlich ein Produzent anklopfte und eine Platte mit mir und Vanessa, mit der ich bereits in einer Schülerband gespielt hatte, herausbringen wollte, sagte ich natürlich zu. Bedingung war aber, dass wir auf Mundart singen, das habe ich vorher noch nie gemacht, und nach einem Album war mir auch klar, dass es nicht mein Ding ist.

Dann haben Sie sich dem Musical zugewandt.
Ja, obwohl ich eigentlich kein Musicaltyp bin und nie Interesse daran hatte, sieben gleiche Shows in einer Woche zu machen. Aber ich wollte unbedingt eine Gesangsausbildung absolvieren. Weil die Ausbildung teuer war, musste ich daneben zeitweise vier Jobs nachgehen, darum war ich nicht oft im Unterricht und schwänzte am Morgen etwa die Ballettstunden.

Warum sind Sie später von Bern nach Köln gezogen?
Als ich noch in der Ausbildung steckte, bemühte ich mich vergeblich um Stipendien. Da habe ich gemerkt, dass man in der Schweiz als Musikerin wenig unterstützt wird. Auch auf der Strasse nicht: Wenn du jemandem sagst, dass du von Beruf Sängerin bist, kommt immer gleich die Frage: «Aber hast du den keinen wirklichen Beruf?»

Warum haben Sie sich dann gerade für Köln entschieden?
Ich war vor Jahren einmal mit Freunden an Silvester in Köln und sagte damals: Hier werde ich einmal leben! Ich hatte dann später Freunde in der Musicalszene, die aus Köln stammten und die mir mit ihren Kontakten weiterhelfen konnten.

Jetzt rückt das Finale von «X Factor» näher. Haben Sie nicht Angst, dass es Ihnen ergehen könnte, wie so vielen vor Ihnen, die nach solchen Shows in der Bedeutungslosigkeit versunken sind?
Diese Angst ist immer da. Auch vor dem Stempel, der Castingteilnehmern gern aufgedrückt wird. Aber bei «X Factor» sind wir alles Profimusiker, hier werden die Teilnehmer nach ihrer Leistung bewertet.

Trotzdem bleiben auch Sie nicht von Gerüchten verschont. So wurde etwa über eine angebliche Affäre mit Ihrem Mitkandidaten Anthony geschrieben...
Das gehört halt dazu. Einmal gab ich ein Interview, und die Journalistin hat dann alle meine Antworten erfunden. Ich darf mich da nicht wahnsinnig machen lassen, sondern ich muss darüberstehen und vor allem darüber lachen können.

Falls Sie am 9.November «X Factor» gewinnen, was werden Sie als Erstes tun?
In diesem Fall möchte ich natürlich so schnell als möglich eine Platte und ein Video produzieren. Ich will da meine ganze Seele reingeben. Oh, und einen Computer würde ich mir anschaffen (lacht). (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2010, 18:51 Uhr

«X Factor»

Dienstag, 2.11., das Finale am 9.11., jeweils um 20.15h auf VOX.

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