Ganz bewegt mit a-ha

Das norwegische Trio a-ha gastierte mit einem erlesenen Akustikset im Zürcher Hallenstadion.

Die norwegischen Musiker von a-ha (live in Frankfurt vor zwei Wochen).


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Um nicht für eine Wand von Mobiltelefonen zu spielen, bittet eine Ansagerin im Namen der Band, die Handys in der Hosentasche zu lassen. Dann betreten a-ha die Bühne und nehmen in einem zentralen Leuchtkreis Platz. Links sitzt Multiinstrumentalist Magne Furuholmen, der ein paar Worte Deutsch spricht («Grüezi Zürich, wir freuen uns big time»). In der Mitte thront – sozusagen als hängende Sturmspitze – Sänger Morten Harket, ebenfalls sitzend. Und rechts positioniert sich Gitarrist Pal Waaktaar-Savoy, der während 110 Minuten nichts sagen wird. Darum herum gruppiert sich in einem leicht erhöhten Halbkreis die siebenköpfige Begleitband inklusive Streichern.

Wenn die norwegischen Achtzigerjahre-Synthiepopper zum Synthesizer-freien MTV-Unplugged-Konzert ins Hallenstadion bitten, darf man eine gewisse Skepsis mitbringen. Ein Sitzanlass fürs gesetztere Publikum? Jüngere Konzertgänger mögen da im Geiste gähnen, aber erstens kommt es anders, und zweitens finden wir uns mit a-ha in einem sauber arrangierten Musikquiz wieder: Welchen Song spielen sie da jetzt – ist das «Lifelines»? Oder doch «Stay on these Roads»?

Doors-Coverversion

Die neu arrangierten Stücke, die a-ha 2017 auf der norwegischen Mini-Insel Giske vor 250 Zuschauern uraufführten (und anschliessend als Doppelalbum veröffentlichten), sind live sowohl Ruhe als auch Wucht. Zu dezenten Videoeinspielern (karge Landschaften, gezeichnete Natur) plus Splitscreen-Aufnahmen von der Bühne erklingt mal ein Cembalo, mal ein Xylofon. Morten Harkets Falsettkünste sind immer noch atemberaubend. Und Furuholmen streut das wasserfallartige Piano-Intro aus dem von a-ha verehrten Doors-Klassiker «Riders on the Storm» gleich mehrmals ein.

Apropos Sturm: Dieser wird gegen Ende des Konzerts auch im Publikum spürbar, wenn die Hits «Hunting High and Low» oder «The Sun Always Shines on TV» Schlag auf Schlag folgen. Da erhebt sich der «Golden Circle», der 230 Franken pro Ticket bezahlt hat, und summt und wippt und klatscht. Morten Harket steht nun ebenfalls und kündigt einen Song an, den kaum jemand kennt: Es ist «Sox on the Fox» – und war des Sängers ganz persönliches Aha-Erlebnis, um einst in die Band von Waaktaar und Furuholmen einzusteigen, die in den frühen Achtzigern noch Bridges hiess. Bleibt das obligate Finale mit «Take on Me», dem Überfliegerhit von 1985, und a-ha bestreiten diesen Song zu dritt, mit Gitarre, Klavier, Gesang, sonst gar nichts. Da fühlt man sich ganz bewegt vor lauter Unaufgeregtheit.

(Newsnet)

Erstellt: 06.02.2018, 11:50 Uhr

Artikel zum Thema

Soulsänger Dennis Edwards ist gestorben

Dennis Edwards ist einen Tag vor seinem 75. Geburtstag gestorben. Der Gipfel seiner Popularität erreichte er in den 1970er-Jahren. Mehr...

Das Finale, diese fixe Idee

Nach Jahren der Abwesenheit will die Schweiz das Finale des Eurovision Song Contest erreichen. Zu bezweifeln ist nur, dass es mit dem Song des Geschwisterpaars Zibbz gelingen wird. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...