Gotthard sucht einen Frontmann

Die Tessiner Band hat vier Monate nach dem Unfalltod von Steve Lee angekündigt, weiterzumachen. Die Suche nach einem neuen Frontmann hat begonnen. Kein einfaches Unterfangen, wie die Rockgeschichte zeigt.

Schwer zu ersetzen: Der verstorbene Gotthard-Sänger Steve Lee.

Schwer zu ersetzen: Der verstorbene Gotthard-Sänger Steve Lee. Bild: Keystone

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«Gotthard ist für uns kein Job - Gotthard ist unser Leben!!»: Unter diesem Motto hat die Tessiner Band am Sonntag angekündigt, dass sie nach dem Tod ihres Frontmanns Steve Lee vor knapp vier Monaten weitermachen will. «Selbstverständlich kann es nur weitergehen, wenn wir das Glück haben, den richtigen Mann zu finden», wird Bandmitglied Hena Habegger zitiert. «Hierbei geht es uns nicht nur um eine Stimme, die unsere Songs wieder zum Klingen bringen kann. Vielmehr suchen wir einen Sänger, der auch menschlich zur Gotthard-Family passt!»

Nach dem tragischen Unfalltod ihres Freundes und Sängers Steve Lee am 5. Oktober 2010 in den USA haben sich die Musiker nach eigenen Angaben zur Jahreswende zusammengesetzt und über ihre Zukunft beratschlagt. Dabei sei schnell klar gewesen, «dass es weitergehen muss», sagt Bandmitglied Leo Leoni gemäss Pressemitteilung.

Die Band hat mehrere Millionen Alben verkauft, diverse Tonträger wurden mit Platin, Doppel- oder Dreifachplatin ausgezeichnet. Selbst vier Monate nach Lees Tod steht «Heaven - Best Of Ballads Part 2» noch auf Platz drei der Schweizer Albumcharts.

INXS blieben erfolglos

In der Pop/Rock-Geschichte ist es bisher nur wenigen Bands gelungen, nach dem Tod ihres Sängers erfolgreich weiterzubestehen. AC/DC etwa, die nach dem Tod von Bon Scott 1980 vor der Auflösung standen, produzierten mit Ersatzmann Brian Johnson bald danach ihr meistverkauftes Album «Back in Black».

INXS dagegen konnten nach dem Tod von Michael Hutchence 1997 mit wechselnden Frontleuten nicht mehr an ihre glorreichen Zeiten anknüpfen. Das gilt auch für Queen, die nach dem Tod von Fredy Mercury 1991 ohne Ersatzmann weiter produzierten. Ihr Musical «We Will Rock You» wird zwar seit 2002 erfolgreich gespielt. Konzerttournéen 2004-2009 mit Paul Rodgers und das gemeinsame Live-Album «Return of the Champions» waren aber nur noch mässig erfolgreich.

Bands, die sich - mehr oder weniger direkt - nach dem Tod ihres Frontmannes auflösten waren unter anderen The Jimi Hendrix Experience, The Doors, Sex Pistols, Nirvana und Grateful Dead.

(jak/sda)

Erstellt: 30.01.2011, 15:29 Uhr

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