Hintergrund

Neues Bild des Blues-Teufels

Vom 1938 verstorbenen Robert Johnson existieren nur zwei Fotos. Nun ist eine neue Aufnahme des sagenumwobenen Gitarristen aufgetaucht.

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Die Legende geht so: An einer Kreuzung habe Robert Johnson dem Teufel seine Seele verkauft und von diesem im Gegenzug den Blues bekommen. Die Geschichte entstand, weil Johnsons Fähigkeiten an der Gitarre angeblich in kurzer Zeit sprunghaft besser wurden.

Der 1911 geborene Johnson begann Ende der 1920er-Jahre mit dem Blues als Mundharmonikaspieler und Gitarrist. Mitte der 1930er-Jahre machte er einige Aufnahmen für die American Recording Company, denen jedoch kein grosser Erfolg beschieden war. 1938 starb er im Alter von 27 Jahren. Viele glauben bis heute, der eifersüchtige Gatte einer Liebhaberin hätte ihn vergiftet, doch laut offizieller Todesurkunde war eine Syphilis-Erkrankung der wahre Grund.

Sein Einfluss und Ruhm als «King of the Delta Blues Singers» und Ikone der amerikanischen Popkultur begann erst später, als junge Musiker seine Aufnahmen in den 1960er-Jahren wiederentdeckten. Zu seinen grössten Bewunderern gehören Jimi Hendrix, Bob Dylan, Keith Richards oder Eric Clapton. Noch immer zählen ihn Experten zu den wichtigsten Gitarristen der Geschichte.

Forensische Arbeit am Bild

Bislang gab es nur zwei Fotos von Johnson, die mit absoluter Sicherheit ihn zeigen. Nun ist eine neue Aufnahme aufgetaucht, die Johnson mit dem Blues-Musiker Johnny Shines zeigt (siehe Bildstrecke). 2007 begannen Forensiker mit der Analyse des Bildes. Ein Experte der Polizei von Houston, Texas, konnte Johnson nun anhand der Länge seiner die Gitarre umspannenden Finger identifizieren.

Das Bild wurde laut «Guardian» 2005 vom Gitarristen Steven «Zeke» Schein auf Ebay ersteigert. Der Verkäufer hielt es für eine Aufnahme von B. B. King, einem anderen grossen Blues-Gitarristen. Schein kam schnell darauf, dass es sich um den sagenumwobenen Robert Johnson handeln muss – die Wissenschaft konnte ihn nun nach acht Jahren bestätigen. (lmm)

Erstellt: 04.02.2013, 14:57 Uhr

Robert Johnson: «Cross Road Blues»

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