Openair Jonschwil: Knapp an Katastrophe vorbei

Das Sonisphere Festival in Jonschwil SG hätte fast in einer Katastrophe geendet. Der heftige Regen zwang die Gemeinde zu Notmassnahmen. Bei ähnlichen Bedingungen sind schon Leute im Schlamm ertrunken.

Schlammbad vor der grossen Bühne: Youtube-Video eines Besuchers.


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Am Freitagmorgen, noch vor dem eigentlichen Festivalbeginn, stand das Gelände vor der Hauptbühne unter Wasser und Schlamm. «Es bestand grosse Gefahr für die Fans in den ersten Reihen», sagte der Jonschwiler Gemeindepräsident und OK-Mitglied Stefan Frei am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Vor zehn Jahren seien zehn Personen bei einem Festival in Deutschland im Schlamm ertrunken. Der Krisenstab, der während des Festival alle drei Stunden tagte, entschied sich mehrere Lastwagenladungen Wasser und Schlamm absaugen zu lassen. Die Wellenbrecher vor der Bühne mussten tiefer im morastigen Boden verankert werden, um dem Druck der Zuschauermassen Stand zu halten. Die rund 500 Einsatzkräfte für Sicherheit und Verkehr wurden durch die Feuerwehr und den Zivilschutz verstärkt. Aber auch sie konnten nichts mehr an der prekären Lage auf dem Gelände ändern.

Bereits im Eingangsbereich erwarteten die Besucher Schlammseen. Es seien zu wenig Bodenplatten gelegt worden, räumte Frei ein. Auch der Verkehr rund um Jonschwil kollabierte. Bereits am Freitagmorgen kam es zu Rückstaus. Hunderte von Autos und Campern mussten von den Bauern mit Traktoren aus dem Dreck gezogen werden.

Ratten bissen Festivalbesucher

Rund 15 Festivalbesucher mussten wegen übermässigem Alkoholkonsum ins Spital eingeliefert werden, weitere 150 Leute behandelte die Sanitätsequipe vor Ort, schreibt die Gemeinde Jonschwil in einer Medienmitteilung. Häufig kam es zu Ratten- und Mäusebissen, als Folge des aufgeweichten Bodens.

Es gab auch mehrere Schlägereien unter den Metalfans. Diese liefen laut Gemeindemitteilung aber glimpflich ab. Bei der Explosion einer Gasflasche in einem Verpflegungszelt wurde eine Person leicht verletzt.

Fans durchfroren und durchnässt

Gemäss dem Zürcher Konzertveranstalter Free & Virgin, Veranstalter des Sonisphere Festival in Jonschwil, kamen 47'000 Besucher ans das Thrash Metal Festival. Viele Fans reisten aber gar nicht erst an oder traten durchnässt und durchgefroren vorzeitig die Heimreise an.

Was bleibt, ist massive Kritik an mangelhafter Infrastruktur und unhaltbaren Zuständen auf dem Gelände. Mediensprecherin Ana Garcia wollte dazu noch nicht Stellung nehmen. Sie kündigte für den späten Nachmittag eine Medienmitteilung an. (bru/sda)

Erstellt: 21.06.2010, 12:53 Uhr

Video vom Zeltplatz

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