Pussy Riot erhalten Lennon-Ono-Friedenspreis

In New York verlieh Yoko Ono der russischen Punkband den Lennon-Ono-Friedenspreis. Die Frauen seien Symbol für die Redefreiheit, so Ono. Einer der Ehemänner der Inhaftierten nahm die Auszeichnung entgegen.

Dem Frieden zum Durchbruch verhelfen: Yoko Ono zusammen mit Nadia Tolokonnikovas Gatten Pyotr Verzilov und dessen Tochter Gera. (21. September 2012)

Dem Frieden zum Durchbruch verhelfen: Yoko Ono zusammen mit Nadia Tolokonnikovas Gatten Pyotr Verzilov und dessen Tochter Gera. (21. September 2012) Bild: Keystone

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Fünf Wochen nach ihrer Verurteilung ist die russische Frauenband Pussy Riot mit dem Lennon-Ono-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Yoko Ono überreichte einem der Ehemänner der drei wegen eines «Punkgebets» gegen Russlands Präsidenten Putin verurteilten Frauen den Preis in New York.

«Pussy Riot ist heute ein Symbol für Redefreiheit, und sie stehen für alle Frauen der Welt, die Freiheit suchen», sagte Yoko Ono, Witwe des 1980 erschossenen Ex-Beatles John Lennon. «Wir haben den Preis im Andenken an John Lennon gestiftet, um dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen», sagte Ono. «Diese jungen Frauen sind für die Freiheit eingetreten und damit auch für den Frieden.»

«Kaum fassbare Ehre»

Sie seien die ersten Preisträger aus Russland, welche die mit 50'000 Dollar dotierte Auszeichnung bekämen. «Wir haben solchen Respekt vor Euch», sagte Ono.

Die Auszeichnung nahm Pjotr Wersilow, der Ehemann der verurteilten Nadeschda Tolokonnikowa, entgegen. Es sei eine «kaum fassbare Ehre». «Die Solidarität von Menschen auf der ganzen Erde gibt uns Kraft», sagte er. Deshalb würden die Gruppe und die Unterstützer weiter für Demokratie in Russland kämpfen.

Mit dabei war auch Gera, Tolokonnikowas vierjährige Tochter. Sie hatte den Preis, ein gläsernes Puzzleteil, in Empfang genommen. Zum Schluss brüllte sie ein «Thank you!» ins Mikrofon.

Zwei Jahre Haft

Die drei Frauen waren nach dem «Punkgebet» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Das Urteil habe «international starke Kritik hervorgerufen und Russlands Haltung zur Meinungs- und Redefreiheit infrage gestellt», hiess es von der Stiftung Onos. «Pussy Riot wird von zahlreichen Aktivisten und Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt unterstützt, die überall gegen das Urteil protestiert haben.» (kpn/sda)

Erstellt: 21.09.2012, 20:23 Uhr

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