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Absteigende Noten

Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag veröffentlicht Leonard Cohen dieses Wochenende sein dreizehntes Album. Hier der erste Eindruck, Stück für Stück.

Blues im Anzug: Leonard Cohen im Juli 2013 am Jazzfestival in Montreux.
Blues im Anzug: Leonard Cohen im Juli 2013 am Jazzfestival in Montreux.
Valentin Flauraud, Reuters

Auch die Damen sind natürlich da, wieder zu bildhübschen Chören gruppiert in vorsichtiger Distanz zu den Furchen, die Leonard Cohen durch die Lieder zieht. Neun sind es diesmal, dafür erreichen sie uns nur zweieinhalb Jahre nach «Old Ideas», dem letzten Album des kanadischen Sängers und Songwriters, der am Sonntag seinen achtzigsten Geburtstag feiert. «Popular Problems» heisst das Album zum Jubiläum, was man lakonisch nennen darf, geht es doch wie schon länger im Leben und Repertoire dieses Künstlers um die Lasten, die man so durch die Welt trägt, die nämlich der Liebe, der Melancholie und der Routine; ach, und um die ironische Akkuratesse, die es dabei zu bewahren, und den Anzug, den es dabei zu tragen gilt, inmitten der Trümmer all der Jahre, die sich hinter einem türmen. «Hier bin ich und singe», heisst es im letzten der neuen Songs, «auch wenn die Welt verschwunden ist.» Und so klingt es auch, dieses Album, wie die Aufrechterhaltung des Gesangs zu absteigenden Noten. Aber hören wir genauer hin:

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