Steht unsere Armee vor der Revolution?

In der Militärmusik ist es zu einer Serie von Sabotageakten gekommen. Ist die Schweiz noch sicher?

Schweizer Militärmusiker sehen zwar harmlos aus, aber man weiss nie, was sie vorhaben. Foto: Patrick Staub (Keystone)

Schweizer Militärmusiker sehen zwar harmlos aus, aber man weiss nie, was sie vorhaben. Foto: Patrick Staub (Keystone) Bild: Patrick Straub/Keystone

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Was wir wissen: In der Schweizer Armee ist es zu einer Serie von Sabotageakten gekommen. Bekannt wurde dies vergangene Woche: Auf Facebook kursiert seit Freitag ein Video, worin der Fall eines Soldaten geschildert wird, der bei einem Konzert in Landquart beim Zapfenstreich seinen Soloeinsatz mit dem Becken verpasst hat. Der Soldat holte seinen Einsatz einen Takt später nach. Für die Armee ist klar, dass es sich hierbei nicht um ein Versehen, sondern um einen gezielten Angriff gehandelt hat, da es «zu einer Verfälschung des Stückes» gekommen sei. Der Soldat erhielt von der Armee eine Busse von 150 Franken.

Sympathisant Nico B. beschreibt den Sabotageakt seines Mitbewohners Christian C.

Bisher bekannte Hintergründe: Beim verpassten Einsatz in Landquart handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Das VBS räumt ein, dass es in diesem Frühling bei verschiedenen Auftritten der Schweizer Militärmusik zu zwei weiteren Zwischenfällen beim Zapfenstreich gekommen ist – «mit auffällig anders klingenden Perkussionsinstrumenten». Bei diesen anders klingenden Instrumenten handelte es sich gemäss Armee um eine Pfeife sowie um eine Ententröte.

Mögliche Mittäterschaft: Über mögliche Komplizen ist zurzeit nichts bekannt. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Sabotageakten in der Schweizer Militärmusik um eine koordinierte Serie handelt, da sich alle Störaktionen gegen den Zapfenstreich richteten.

Allfällige Konsequenzen für die Schweiz: Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist es möglich, dass die Ententröte, die Pfeife und der verpasste Einsatz so etwas wie die drei apokalyptischen Reiter sind und der Schweiz eine Revolution in der Armee bevorsteht. Der verpasste Einsatz in Landquart wurde mit einer Busse von 150 Franken belegt; sie fiel damit höher aus als bei den Sabotageakten mit der Pfeife und der Ententröte. Es deutet also vieles darauf hin, dass das Militär es durch seine Laxheit ermöglicht hat, dass die Schweizer Militärmusik sich zu einer Spassguerilla wandelt, welche die beste Armee der Welt von innen zersetzt.

Beurteilung der aktuellen Sicherheitslage: Kritisch. Von der Teilnahme an Platzkonzerten der Schweizer Militärmusik wird entschieden abgeraten. Eine Rasterfahndung nach Ententröten sollte demnächst eingeleitet werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2017, 09:53 Uhr

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