Reaktionen: «Alle nach ihm hat er geprägt»

Zum Abschied von Polo Hofer: So trauern Weggefährten, Künstler-Kollegen und Politiker um Polo National.

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Die Nachricht von Polo Hofers Tod hat sich rasend schnell verbreitet. Er hat den Mundartrock gross gemacht und viele Persönlichkeiten und Künstler mit seinen eingängigen Songs geprägt.

Der langjährige Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät kann sich an viele Auftritte von und Begegnungen mit Polo Hofer erinnern: «Ich habe ihn 1000 Mal getroffen», sagt der SP-Politiker. Polo Hofer, der lange in Bern lebte und etwa im legendären Café des Pyrenées jasste und in den Drei Eidgenossen einen Ballon Roten trank, sei zwar immer der Oberländer geblieben. «Aber er brauchte das Urbane, um das zu werden, was er geworden ist», sagt Tschäppät.

Die Abdankungskarte von Polo Hofer (Quelle: twitter.com

«Gärn gescheh, Du Chronischt vor Popmusik»

Und was er geworden ist, ist für Tschäppät klar: «Er ist der Begründer des Berner Rock, der Vater der Berner Popszene. Alle, die nach ihm gekommen sind, hat er nachhaltig geprägt.» Tschäppät erinnert sich an einen Mann, der «völlig von sich überzeugt seinen Weg gemacht hat» – und meint damit auch Polo Hofers eher unkomplizierten Umgang mit Hanf. Damit, sowie mit seiner Art habe Polo Hofer das damals noch viel konservative Bern etwas aufgemischt. «Seine Art war einmalig, das hat ihn auch einmalig gemacht.» Sein Tod, «man hat es ja erwarten müssen», so Tschäppt, ist nun aber ein «Verlust für Bern», so der ehemalige Stadtpräsident.

Philippe Cornu, langjähriger Veranstalter des Gurtenfestivals, erinnert sich an Begegnungen mit Polo Hofer: «Ich bin mit Rumpelstilz gross geworden und habe lange Jahre in der Agentur Music Service gearbeitet, die Polo Hofer managte. Zusammen haben wir dann die Matte Rock Beiz gegründet und hier noch unbekannte Singer-/Songwriter aus Austin, Texas gebucht. In diesen langen Nächten in der Matte Beiz hat Polo viele Geschichten erzählt und als dieser Geschichtenerzähler wird er mir immer in Erinnerung bleiben. 1991 veranstalteten wir als Music Service das erste Gurtenfestival nach einer vierjährigen Pause und natürlich spielte auch Polo. 25 Jahre später spielte er am Sonntagmorgen eines seiner letzten grossen Konzerte ebenfalls auf dem Gurten. Gerade jetzt läuft dieses Konzert im Radio auf SRF3 und ich erinnere mich an die Worte von Polo nach diesem Konzert: 'Phibe, hesch lang brucht, bis mi wieder buecht hesch, aber schön isches gsi, sehr schön, Merci vil mal!' Isch gärn gscheh, liebe Polo, Du Chronischt vor Popmusik, sehr gärn gescheh!»

Von Bundesrat Berset bis Francine Jordi

Auch der aktuelle Berner Stadtpräsident, Alec von Graffenried, erinnert sich an seine erste Begegnung mit Polo Hofer. Es war zugleich von Graffenrieds erstes Konzert: «Ich war 14 Jahre und ging von Bern nach Bremgarten ins Kirchgemeindehaus, wo Rumpelstilz auftrat.» Das sei für ihn, von Graffenried, das «Grösste» gewesen - vor allem wegen der «schönsten Berner Liebesballade» «D Rosmarie und Ig».

Quelle: Youtube

Von Graffenried sagt, er habe unglaublich viele Bands beeinflusst – bis zum derzeit aktuellen und jungen Duo Lo & Leduc. «Das ist eine wahnsinnige Leistung, eine solche Rockbewegung ins Rollen gebracht zu haben, die auch heute noch weiterlebt - auch nach seinem Tod», so von Graffenried. Und, so ergänzt der Stadtpräsident, «vielleicht wird er uns ja dereinst auch von seiner letzten Reise noch erzählen», immerhin sei Polo Hofer stets auf Reisen gewesen, sei es in den Südstaaten oder auf «sonstigen Trips» - und stets habe er davon zu berichten gewusst. «Seine Geschichten werden fehlen.»

Bundesrat Alain Berset hat das Schaffen des verstorbenen Mundartrockers Polo Hofer gewürdigt. Hofer habe «wie kein anderer vor ihm die Mundart und die Rockmusik zusammengeführt», erklärte der Schweizer Kulturminister in einer Stellungnahme. «Er hat auch ganzen Generationen in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt, wie viel Kraft, wie viel Geist, wie viel Poesie in der Berner Mundart steckt», führte der SP-Bundesrat weiter aus.

«Gute Reise Polo Hofer!! Es war mir eine Ehre!»

Viele Künstler-Kollegen von Hofer äusserten am Montagabend ihre Trauer über Polo Hofers Hinschied in den sozialen Medien. «Mundartrock ohne Polo kann man sich nicht vorstellen, obwohl auch andere auf dieser Schiene fuhren. Er konnte dies sehr gut rüberbringen», sagte Toni Vescoli, selber Mundartsänger und Songschreiber, in der Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens SRF.

Jürg Halter, Dichter und Musiker (Kutti MC):

Sänger Luca Hänni zitiert eine Zeile aus Polos Song «Alperose» und ergänzt: «die Alpenrose blüht für Dich weiter».

«Gute Reise Polo Hofer!! Es war mir eine Ehre!», schrieb die Sängerin Stefanie Heinzmann und postete auf Facebook ein Bild eines gemeinsamen Auftritts.

Volksmusikstar Francine Jordi:

Sänger und Musiker Marc Sway:

(rho/mob/ij/sda)

Erstellt: 24.07.2017, 21:07 Uhr

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