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Anarchy in Flowil

Zwischen Jugenderinnerung und zeitgenössischer Schweizer Depression: Stahlberger setzen im Mundartpop weiterhin die Massstäbe.

Die Minikomödie spielt an einem Ort, der nicht näher beschrieben ist als mit «üsi Stadt». Der grösste Mann der Welt ist zu Besuch und trifft am Bahnhof ein, es gibt Blasmusik und Würste. Es ist ein grosses Fest für die Stadt, aber ein kleiner Auftritt für den hohen Besuch, der schon bald weiter eilt, und man könnte nicht sagen, dass sich die kleine Stadt und der grosse Mann ausgetauscht hätten. Der Stadtpräsident hat zwar eine Rede über wahre Grösse gehalten, aber mehr, als dass sich der Mann auf Twitter dafür bedankte, erfährt man nicht in «De grööscht Maa», dem Lied, mit dem Stahlberger ihr neues Album eröffnen. Die Bühne der Komödie, das ist der Raum zwischen dem Anspruch an die Wirklichkeit und an sie selbst. Und je weiter er sich auftut, umso schärfer ist der Fallwind, der die Figuren zerzaust. Oder in diesem Fall, ihre Städte. Denn die Kleinstadt, die sich mit dem Grössten schmücken wollte, muss zuletzt feststellen, dass es irgendwo auf der Welt einen noch grösseren Mann gibt, der aber lieber zu Hause bleibt. Und schon sind wir mitten drin in den Kalamitäten der Provinz, wie sie das St. Galler Quintett um den Sänger und Texter Manuel Stahlberger auf seinem dritten Album beschreibt. «Do isch niemer», heisst es einmal, «nume rundume Rand».

Ein Urschei der Punks

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