Heimliche Übergabe: Bob Dylan holt endlich den Nobelpreis ab

Lange hatte der Musiker nicht auf die Ehre reagiert. Drei Monate später hat Bob Dylan nun den Literaturnobelpreis in Stockholm angenommen – jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Mit mehr als drei Monaten Verspätung hat Bob Dylan seinen Literaturnobelpreis entgegengenommen. Bei einem Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit habe die Schwedische Akademie der US-Folklegende am Samstag die Preisurkunde und die Nobel-Medaille überreicht, sagte Akademie-Mitglied Horace Engdahl am Abend dem Sender SVT.

Auf die Frage, ob der 75-jährige US-Musiker nun endlich seinen Nobelpreis erhalten habe, antwortete Engdahl schmallippig: «Ja.» Die genauen Umstände der Übergabe waren zunächst nicht bekannt – etwa, ob Dylan Urkunde und Medaille vor oder nach einem Konzert erhielt, das er am Samstagabend in der schwedischen Hauptstadt gab. Zuvor hatte die ständige Sekretärin der Akademie, Sara Danius, angekündigt, das Treffen in Stockholm werde «im kleinen Kreis» stattfinden, Medien seien nicht zugelassen. Dies sei Wunsch des Preisträgers. Es werde auch keine Rede geben. Die Akademie habe aber «guten Grund» anzunehmen, dass eine «aufgenommene Version» der Rede zu einem späteren Zeitpunkt versandt werde, fügte Danius hinzu.

Erster Musiker mit Literaturnobelpreis

Dylan war am 13. Oktober als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte der 75-Jährige nicht öffentlich, was für Befremden gesorgt hatte. Erst zwei Wochen später kündigte er an, er nehme die Ehre selbstverständlich an und wolle «falls möglich» auch zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Schweden kommen.

Im November sagte er dann aber wegen «anderweitiger Verpflichtungen» ab. Er schickte stattdessen eine Dankesrede, die verlesen wurde.

Preisgeld gegen Auftritt

Sein Preisgeld in Höhe von acht Millionen Kronen (840.000 Euro) erhält Dylan erst, wenn er eine Vorlesung gehalten hat – bei der Gestaltung seines Auftritts hat er allerdings relativ freie Hand: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden. Laut Akademie hat der Musiker dafür noch bis zum 10. Juni Zeit.

Für Samstag und Sonntag waren zwei Konzerte Dylans in Stockholm geplant. Am Samstagabend strömten die Fans zur Stockholm Waterfront, wo die Folk- und Rock-Legende auftreten sollte. Die 62-jährige Ylva Berglof besuchte zum 18. Mal ein Konzert des Weltstars. «Er verdient (den Nobelpreis), selbst wenn ich finde, dass er nicht gut damit umgegangen ist. Er hätte etwas dankbarer sein können», sagte sie. (foa/AFP)

Erstellt: 02.04.2017, 04:01 Uhr

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