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Der alte Zauberer

Paddy McAloon sang bei Prefab Sprout, einer der besten Bands des britischen Pop. In zehn neuen Songs erforschte er jetzt deren Erbe allein, in einem Heimstudio in der Provinz.

Als er ein Junge war in Consett, dem letzten Kaff in der Welt, da träumte Paddy McAloon von Amerika. «Du lebst irgendwo, blickst übers Meer und denkst, wie aufregend das Leben im Rest der Welt sein muss», sagte er viele Jahre später in einem Fernsehinterview und mit einer Stimme, die klang, als könne sie nicht viel Aufregung ertragen. Das war 1988, und der Sänger aus dem Norden Englands sprach über den grössten Hit seiner Karriere: In «The King of Rock ’n’ Roll» hatte er sich nach Memphis fantasiert, in die Welt von Elvis Presley; doch war ihm der Song mittlerweile unangenehm, und er nannte ihn dumm und lächerlich.

Vielleicht aber lag Paddy McAloon falsch. Und es verbirgt sich in diesem dummen kleinen Hit – er schaffte es auf Platz sieben der britischen Charts, aber nie nach Amerika – der Schlüssel zum Werk dieses Musikers und seiner Band, der Prefab Sprout. Denn da steht es ja: «The dream helps you forget / You ain’t never danced a step.» Viele Songs dieser Band handeln davon, von der bittersüssen Nüchternheit, die einen erfasst, wenn man feststellt, dass man nie das Leben der anderen führen wird. «I’m just a dreamer / Emerging from a dream», singt McAloon in einem neuen Song. Er lebt seit langem in Durham. Nahe dem Dorf, aus dem er kam, und als der Illusionist, der er immer war.

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