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Die besten Songs 2018 - Teil 5

Wir haben auf der ganzen Welt nach Liedern gefahndet, die das Jahr überdauern könnten. Das Spektrum reicht in diesem Jahr von schwerblütigen Chanson-Duetten über ägyptischen New Wave oder Funk aus Mozambique, bis zum Blues aus La Réunion und Soul aus einem dänischen Schlafzimmer.

Schattige Musik aus dem sonnigen Tessin: Die Sängerin Selva Nuda.
Schattige Musik aus dem sonnigen Tessin: Die Sängerin Selva Nuda.

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Cosmo Sheldrake: «Wriggle» Was dieser Mann aus London zusammenbosselt wird gemeinhin als Folkotronic bezeichnet. Jedenfalls gehört es zum Erfrischendsten, was in diesem Jahr an Musik von der Insel herüberwehte. In das Stück «Wriggle» hat er – neben vielem anderen – japanische Koto-Trommeln, Marschmusik, ein Kontra-Fagott und eine Nachtigall eingearbeitet.

Veto: «16 Colors» New Wave aus Dänermark? In diesem kaum bewirtschafteten Nebenzweig der Musikwelt ist die Gruppe Veto aus Aarhus führend. Ihr neues Album ist dringend für ein genaueres Hinhören anempfohlen. In ihrer Heimat geniessen die melancholischen Jungs Superstar-Status.

Melissa Laveaux: «Kouzen» In den To-do-Listen der meisten Menschen rangiert die Auseinandersetzung mit der traditionellen kreolischen Musik Haitis nicht in den Top-Positionen. Ein Versäumnis! Mélissa Laveaux hat sich ins Musikerbe der karibischen Insel vertieft und einen Schatz voller wunderlich schimmernder Calypso-, Kompa- und Soca-Perlen gehoben, die sie jedoch vom sonnigen Palmenstrand in schlecht gelüftete Hafen-Kaschemmen bugsiert.

Halo Maud: «Dépression au-dessus du jardin» Die hohe Kunst des Duett-Gesangs hat im französischen Chanson eine lange und schöne Tradition. Die Dame aus Paris lässt sie in diesem Wunderstück wieder aufleben.

Suede: «Life is Golden» Die Gruppe Suede gilt bis heute als eine der wichtigsten und gleichzeitig erfolglosesten Miterfinderinnen des Britpop, womöglich weil ihr Oberhaupt Brett Anderson diese musikalische Zusammenrottung stets gehasst hat. Nun meldet sich die Band mit einem Lied zurück, das Anderson seinen Kindern gewidmet hat. Ein Song voller Hoffnung, Zuversicht und Stärke. Und ganz viel bombastischem Kitsch.

Selva Nuda: «Irrequieta brama» Ausgerechnet aus dem Tessin erreicht uns eine Musik, die so wunderbar schattig, geheimnisvoll und exotisch anmutet, dass einem ganz anders wird. Cristina Castelli heisst die Frau, die dahinter steckt, und mit ihren minimal instrumentierten Liedern ein bisschen an die verstorbene Lhasa De Sela erinnert.

Peter Kernel: «Men Of The Women» Was klingt wie eine Hare-Krishna-Hymne im Indie-Rock-Gewand ist das Paradestück des Tessiner Duos Peter Kernel. Einer der wunderlichsten Ohrwürmer, die 2018 entstanden sind.

Kwamie Liv: «Sweet Like Brandy» Die vollkommenste Form der Verführung ist vermutlich jene, die mit kleinstmöglichen Gesten auskommt. Die Mörderballade dieser dänischen Sängerin ist mehr gehaucht als gesungen, mehr geschmachtet als intoniert. Und sie ist wohl genau deshalb zum Anbeten schön.

Eher gehaucht als gesungen: Die dänische Entdeckung Kwamie Liv.
Eher gehaucht als gesungen: Die dänische Entdeckung Kwamie Liv.

Liniker e os Caramelows: «Lava» Schwarz, transgender und unangepasst: Die Stimme von Liniker macht derzeit halb Brasilien stifelsinnig. Und die Band vollführt musikalische Kontinentalsprünge zwischen Afrika und Lateinamerika mit Zwischenstopps in Jamaika, sie changiert von partypunkigen Emphasen zur Schmachtballade, und das alles in einem einzigen Song. Im März soll das neue Album erscheinen.

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