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Die Könige der Improvisation

Toumani Diabaté ist der Grossmeister der afrikanischen Harfe, der Kora. Schon Islands Pop-Ikone Björk nahm seine Virtuosität in Anspruch. Jetzt tritt sein ältester Sohn Sidiki in seine Fussstapfen.

Sie haben ein unbekanntes Instrument in die Welt hinausgetragen: Toumani (l.) und Sidiki Diabaté mit ihren Koras zu Hause in Malis Hauptstadt Bamako. Foto: Youri Lenquette
Sie haben ein unbekanntes Instrument in die Welt hinausgetragen: Toumani (l.) und Sidiki Diabaté mit ihren Koras zu Hause in Malis Hauptstadt Bamako. Foto: Youri Lenquette

Es war eine historische Nacht für Toumani Diabaté. Mit einem freundlichen «Salam alaikum, London» begrüsste der Kora-Virtuose aus Bamako das Publikum in der Royal Festival Hall und stellte seinen ältesten Sohn Sidiki vor: «Das ist mein erstes Liveduett mit ihm», erklärte er stolz. Mit dem Konzert schloss sich für den nunmehr 51-Jährigen ein Kreis. 1987 hatte er am gleichen Ort mit seinem eigenen Vater gespielt und dort quasi den Stab übernommen, um die Tradition fortzusetzen. «Ich komme aus einer Griot-Familie, die sich 71 Generationen zurückverfolgen lässt.» Griot heissen die singenden und klingenden Nachrichtenerzähler in Westafrika. Früher zogen sie über Land und sangen den Leuten die Neuigkeiten vor. Eine überaus alte Tradition, die in Mali und in den Nachbarländern fest verankert ist und die auch Toumani Diabaté pflegt.

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