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Disco-Funk-Schweinerock-Balkangestampfe

Jugo-Punk Mario Batkovic veröffentlicht sein erstes Akkordeon-Solo-Album. Hausbesuch bei einem Widerborstigen.

Ein Besessener. Aber ein mitreissender Besessener: Mario Batkovic sitzt neben seinem treuesten Begleiter.
Ein Besessener. Aber ein mitreissender Besessener: Mario Batkovic sitzt neben seinem treuesten Begleiter.
Tabea Hüberli

«Komm mit», ruft er. Mario Batkovic schiesst vom Stuhl hoch und stampft zielbewusst durch sein Studio im Progr. Hinter der Eingangstüre bleibt er stehen, hängt sich sein Akkordeon über und beginnt ein paar Töne zu spielen. «Hier ist es», sagt er. «Genau hier.»

Er meint den Punkt im Raum, wo sein Akkordeon genau so klingt, wie er es am liebsten mag. Tatsächlich. Die Bässe sind hier markanter als überall sonst. Das Schrille ist eliminiert. «Ich habe meinem Tontechniker gesagt, dass ich nicht zu spielen, ja nicht einmal zu komponieren beginne, bevor wir nicht diesen Klang hinkriegen. Dann haben wir getüftelt, mit diversen Mikrofonen und allerlei anderer Features. Alles in allem war es ein fast eineinhalbjähriger Prozess. Mein Solo-Album ist in Wirklichkeit ein Duett mit meinem Tonmann Nicola Jannuzzo.» Mario Batkovic lächelt zufrieden. Man ahnt, dass die Arbeit mit diesem Besessenen nicht immer ganz unkompliziert ist. Doch Batkovic ist ein mitreissender Besessener. «Ich mag die Bergsteiger», sagt er. «Sie sind sich bewusst, dass sie sich in Lebensgefahr begeben, und sie nehmen das für ihr Ziel in Kauf. Wenn ich auf der Bühne bin, geht es bei mir auch um Leben und Tod.» Ja, da steckt einiges an balkaneskem Pathos in diesem Mario Batkovic. Mit dem Ungefähren will er sich nicht abgeben. Schon gar nicht in der Musik.

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