Dylan fehlt – Rockikone singt seinen Song

Literaturnobelpreisträger Bob Dylan ist bei der Preisverleihung in Stockholm in Abwesenheit gefeiert worden. Sichtlich nervös sang Patti Smith bei der Feier einen seiner Songs.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bob Dylan ist bei der Preisverleihung des Literaturnobelpreises in Stockholm in Abwesenheit gefeiert worden. «Die Schönheit seiner Songs ist von höchstem Rang», sagte Nobeljuror Horace Engdahl heute in seiner Laudatio über den US-Rocksänger.

Im Oktober hatte der 75-Jährige die Auszeichnung als erster Songschreiber überhaupt zuerkannt bekommen.

«Es sollte keine Sensation sein, dass ein Singer/Songwriter jetzt den Literaturnobelpreis erhält», sagte Engdahl. «In ferner Vergangenheit wurde alle Poesie gesungen.» Dylan habe der Sprache der Poesie in der unwahrscheinlichsten Form überhaupt – der Schallplatte – «ihren erhabenen Stil zurückgegeben, der seit der Romantik verloren war».

Nervöse Smith

Patti Smith sang bei der Feier in Stockholm den Dylan-Song «A Hard Rain's A-Gonna Fall». Allerdings hatte die amerikanische Punk- und Rockikone beim zweiten Vers einen Textaussetzer und musste mitten im Lied innehalten, um sich zu sammeln. «Entschuldigung, es tut mir leid, ich bin so nervös», sagte die 69-Jährige.

Das Publikum in der Stockholmer Konzerthalle, die meisten in festlicher Abendgarderobe, unterstützte Smith mit rhythmischem Klatschen, als sie es noch einmal versuchte. Im dritten Vers hatte sie scheinbar einen weiteren Hänger, aber nur kurz, und steigerte sich in einen emotionalen Vortrag des Dylan-Stücks, der den Blick vieler im Saal dann doch noch verklärte.

Hoffen auf «Nobelrede»

Nach der Zuerkennung des Preises an ihn im Oktober hatte der Rockstar wochenlang geschwiegen. Mitte November hatte er der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, für die Verleihung abgesagt.

Nun hofft die Jury, dass Dylan im Frühjahr kommt, um die traditionelle «Nobelrede» zu halten. Sie ist die einzige Bedingung dafür, dass er die mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 890'000 Franken) dotierte Auszeichnung behalten darf.

Santos nimmt Friedensnobelpreis entgegen

In Oslo wurde Kolumbiens Präsident Santos für die Verhandlungen mit den Farc-Rebellen der Friedensnobelpreis überreicht. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos beschrieb die Auszeichnung als «Geschenk des Himmels» und widmete sie allen Kolumbianern, insbesondere den Opfern des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in Kolumbien.

In seiner Dankesrede sagte Santos, das Volk von Kolumbien mache «mit Unterstützung unserer Freunde aus aller Welt das Unmögliche möglich». Das Friedensabkommen für Kolumbien könne ein Beispiel für vom Krieg geplagte Länder sein, etwa für Syrien.

Bemühungen, den Krieg zu beenden

Der 65-jährige Santos bekommt den Friedensnobelpreis für sein «entschlossenes Bemühen, den mehr als 50 Jahre dauernden Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden», hatte das Nobelpreiskomitee in Oslo im Oktober bei der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers erklärt.

Der Friedensnobelpreis ist die einzige der renommierten Nobel-Auszeichnungen, die in Oslo überreicht wird. Die Verleihung findet am 10. Dezember statt – dem Todestag des schwedischen Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel. Wie auch die anderen Nobelpreise ist auch er mit einem Preisgeld von acht Millionen Schwedischen Kronen (rund 825000 Euro) dotiert.

Mit dem im November geschlossenen Friedensabkommen soll der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden. Dabei waren mehr als 260'000 Menschen getötet worden. Die FARC-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. (pat/sda)

Erstellt: 10.12.2016, 14:39 Uhr

Artikel zum Thema

Kolumbien verschiebt Verhandlungen mit ELN

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos wartet immer noch auf die Freilassung eines von der ELN verschleppten Ex-Abgeordneten. Mehr...

Santos will auch Frieden mit ELN-Guerilla

Die kolumbianische Regierung und die Rebellengruppe ELN nehmen am 27. Oktober Friedensverhandlungen auf. Mehr...

Santos verlängert Waffenstillstand mit Farc

Gemäss dem kolumbianischen Präsidenten stehen die Waffen bis Ende Jahr still. Für das beim Volk durchgefallene Friedensabkommen mit den Rebellen hat er noch keine Lösung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Blogs

Sweet Home Gemeinsam leben an zwei Orten

Geldblog Reisedetailhändler Dufry wächst wieder richtig

Die Welt in Bildern

Blumen-Idylle: In Kathmandu, Nepal, fliegt ein Sommervogel von Blüte zu Blüte. (8. November 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...