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Ein Hit dank Gewaltszene und Pornostar

Eminem sorgt für Kontroversen: In seinem neusten Video erwürgt er seine von einem Pornostar gespielte Freundin und erschiesst sich anschliessend selbst. In der Schweiz soll der Clip unzensuriert gezeigt werden.

Still aus dem kritisierten Video: Eminem jagt sich eine Kugel in den Kopf.
Still aus dem kritisierten Video: Eminem jagt sich eine Kugel in den Kopf.

Man kennt ihn für seine Provokationen: Eminem ist nicht nur der erfolgreichste Rapper der Nuller-Jahre, er ist auch einer jener Rapper, zu dessen Stilmitteln die Provokation gehört. In den letzten Jahren verstummten die Kontroversen allerdings etwas. Mit seinem Album «Relapse», so sagen viele Fans, sei Eminem zum Stadionrapper mutiert, zum handzahmen Musiker, der erreicht habe, was er wollte, und mit seiner Musik bloss noch auf die grosse Masse ziele. So lässt er auf «Recovery» auch selber verlautbaren: «Fuck you Hip-Hop, ich verlasse dich, ich habe meine Strafe abgesessen.»

Kugel in den Kopf

Doch auch wenn Eminem sich vom Hip-Hop verabschieden will, von den Provokationen lässt er nicht. Das neue Video zu «Space Bound», Eminems vierter Single-Auskoppelung von seinem «Recovery»-Album, hat nach seiner Veröffentlichung Anfang Juli in den USA und in England zu Kontroversen geführt. Regie führte Joseph Kahn, wie schon im letzten Video zu «Love the Way You Lie». Eminem spielt sich selbst, beziehungsweise zelebriert sich wieder als gespaltene Persönlichkeit, symbolisiert durch den Split-Screen im Video. Einmal ist er mit seiner Freundin unterwegs in einer Bar und einem Motel, einmal hängt er an denselben Orten als einsamer Wolf herum. Besonders zwei Szenen stehen in der Kritik: Auf der einen ist zu sehen, wie Eminem seine Freundin würgt, weil er glaubt, sie betrüge ihn, und zwar so lange, bis sie unter seinen Händen verschwindet. Die zweite Szene ist eine Selbstmordszene, bei der Eminem sich in den Kopf schiesst, was aus mehreren Winkeln gefilmt und äusserst deutlich dargestellt ist.

Diese Szenen veranlassten die britische Anti-Gewalt-Gruppe Mothers against Violence zu einer öffentlichen Stellungnahme gegen den Videoclip. «Leute, die so etwas tun, sind ziemlich böse. Kinder lassen sich durch die Dinge beeinflussen, welche sie sehen. Wenn wir die Gewalt füttern, wird sie stark. Wie eine Sucht. Es geht bei diesen Videos nur ums Geld. Es gibt einen Punkt, an dem Eigensucht böse wird.» In der Folge strahlten Musiksender wie MTV-USA und MTV-England lediglich eine zensurierte Form des Clips aus. Laut Jubaira Bachmann wird MTV Schweiz den Clip ab nächster Woche ausstrahlen, «aller Voraussicht nach in unzensurierter Version», wie die MTV-Chefin gegenüber Redaktion Tamedia sagte.

Rekord geknackt

Ebenfalls zu reden gab die Besetzung des weiblichen Parts: Eminems Freundin wird von der Porno-Darstellerin Sascha Grey gespielt – die zuvor schon für Steven Soderberghs Film «The Girlfriend Experience» vor der Kamera stand.

Unbeleckt von dieser Kontroverse aber hat auch die Single «Space Bound» wieder einen neuen Rekord geknackt: «Recovery» sei das erste Album, das in den USA mehr als eine Million Mal heruntergeladen wurde, meldet das Branchenportal «Billboard», beziehungsweise «Nielsen Soundscan». Seit Beginn des Download-Monitoring von Soundscan im Jahr 2005, haben erst zwölf Titel die 500'000er-Grenze bei den Downloads erreicht. Dies sei ein Meilenstein, so sagte Steve Berman von Interscope Records.

mcb

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