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Er bleibt sein ärgster Freund

Paul McCartney ist ein Hochbegabter mit Zwang zur Harmonie – auch auf seinem neuen Album, trotz einigen beachtlichen Songs.

Sein Gesicht ist bis zum Zerreissen geliftet, sein Haar sitzt wie eine Perücke, er verbreitet ohne jede Rücksicht Optimismus, seine letzte, 37. Platte heisst «New» und auch sonst lässt sich sagen: Im Gegensatz zu so verwitterten Kollegen seiner Generation wie Neil Young, Bob Dylan oder Keith Richards tut sich Paul McCartney mit dem Altern schwer. Er ist 71 Jahre alt und schaut noch immer drein, als käme er zum ersten Mal aus dem Tonstudio. Er gibt zweieinhalbstündige Konzerte ohne Pause, in denen er mit seiner Spielfreude begeistert und mit seiner Dauergutenlaune irritiert. Er spielt noch in seinem Alter den elastischen Jüngling, der allen gefallen möchte. Er ist sein ärgster Freund.

John Lennon, seinen besten Freund, hat Paul McCartney zweimal verloren. Die beiden Songschreiber gingen 1970 im bitteren Streit auseinander, zehn Jahre später wurde Lennon ermordet. Was immer McCartney seither versuchte, und es war eine Menge, und es war sehr erfolgreich: Seine Musik wird mit den Songs verglichen, die er mit Lennon geschrieben und mit den Beatles eingespielt hat. McCartney hat sich als überragender Sänger und Musiker bewährt, er spielt Bass, Gitarre, Keyboards und Schlagzeug, die Melodien und Hits fallen ihm nur so zu, und doch, um es küchenmetaphorisch zu formulieren: Er ist das Öl, dem der Essig fehlt.

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