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Er erfindet den Jazz neu

Auf seinem fast dreistündigen «The Epic»-Album verbindet Tenorsaxofonist Kamasi Washington die explosive Kraft von Free Jazz mit Filmmusik, Soul, Chorgesang und Elektronik. Und schafft damit Niegehörtes.

Erschlagen ist man beim ersten Hören von der Wucht dieser Musik. Und das, obwohl man es bereits raunen hörte, dass in den 172 Minuten von «The Epic» musikalisch Ausserordentliches passiert: Das Debüt des 34-jährigen Saxofonisten Kamasi Washington sei das «vielleicht relevanteste, radikalste Album des Jahres», hat «Spiegel online» geschrieben. Und die «Los Angeles Times» freute sich unverhohlen: Ein Saxofonist aus Inglewood, einer Stadt aus Los Angeles County, gehe seinen Weg ganz an New York und damit auch an den Gatekeepern des Jazz vorbei. Aber dann ist man doch perplex ob dieser immensen Dichte der Musik, ob dieses rhapsodisch-ausschweifenden Erzählens. Würde Kamasi Washington nicht komponieren, sondern dichten, er hätte sich wohl an Homer gemessen. «The Epic» hat etwas Monumentales.

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